Weihnachten ist für die Tonne, zumindest aus materieller Sicht betrachtet. Geschenkverpackungen, Geschenkpapier, Lametta, Kartons, aber auch (oft unverdorbene) Lebensmittel landen im Müll. Um rund 30 Prozent steigt das Müllaufkommen in dieser Zeit des Jahres.

Deshalb rufen Umweltverbände Verbraucher alljährlich dazu auf, wenn möglich Müll zu vermeiden und benutztes Geschenkpapier oder wiederverwendbare Geschenktüten zu verwenden. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Diesem Appell folgt ein Großteil der Lausitzer nach eigenen Angaben auch. In der nicht repräsentativen Weihnachtsumfrage der Lausitzer Rundschau gaben 72 Prozent der 539 Umfrageteilnehmer an, dass sie versuchen, in der Weihnachtszeit den Verpackungsmüll in Grenzen zu halten.

Geschenkpapier wiederverwenden

Diese drei Varianten bevorzugten diese 387 Teilnehmer dabei: benutztes Geschenkpapier nochmal benutzen (33 Prozent), Geschenke gar nicht erst verpacken (26 Prozent), wiederverwendbare Verpackungen aus Filz, Stoff oder Pappe verwenden (22 Prozent). Eine Umfrageteilnehmerin schreibt: „Vor etwa 20 Jahren habe ich Stoffbeutel genäht, die ich jedes Jahr wieder verwende. Inzwischen macht es meine Tochter ebenso.“ Alte Zeitungen oder Zeitschriften sind als Geschenkumschlag kaum beliebt (sieben Prozent). Neun Prozent verzichten sogar ganz auf Geschenke.

28 Prozent aller Befragten (152) haben angegeben, dass sie nicht darauf achten, Verpackungsmüll zu reduzieren. Gefragt nach dem Warum, kreuzten 59 Prozent an, dass Geschenke verpacken etwas ist, dass man nicht oft macht, und deshalb darf es auch neues Geschenkpapier oder eine besondere Verpackung sein.

Selbstgemachtes ist Top-Geschenk

Die LR hat aber nicht nur nach den äußeren Werten gefragt, sondern wollte auch wissen, was drin ist oder anders gesagt: was die Lausitzer zu Weihnachten am liebsten verschenken.

Ganz oben auf der Liste (16 Prozent) stehen selbstgemachte Dinge. Ob Gestricktes, Gemaltes oder Gebasteltes, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auf Platz zwei landen knapp dahinter Gutscheine für Modegeschäfte, Elektronik- oder Büchergeschäfte. 15 Prozent greifen zu Weihnachten darauf zurück.

14 Prozent verschenken gerne Neues (Kleidung, Schmuck, Spiele etc.), achten dabei aber nicht darauf, wo und unter welchen Bedingungen die Sachen produziert wurden. 13 Prozent der Befragten verschenken ebenfalls Neues, achten allerdings darauf, dass das Gekaufte fair produziert wurde und/oder aus nachhaltigen Materialien hergestellt wurde.

Je elf Prozent der Befragten setzen auf Gutscheine für Kochkurse, Bierverkostungen oder Massagen oder auf Gutscheine für Onlinehändler wie Amazon. Sechs Prozent wählten Sonstiges und favorisierten besonders Geldgeschenke, damit die Beschenkten davon etwa wichtige Anschaffungen tätigen können. Auch Theater- oder Konzertkarten wurden unter dieser Antwort als Geschenk-Option genannt.

Onlinekauf statt Gedränge

Aber wo bekommen die Lausitzer ihre Geschenke eigentlich her? 39 Prozent der Befragten, und damit die knappe Mehrheit, entschieden sich fürs Online-Shopping, während 37 Prozent angaben, den kleinen Einzelhändler und das Fachgeschäft vor Ort zu bevorzugen. Die restlichen 24 Prozent stöbern gerne bei großen Einzelhandelsketten nach dem passenden Geschenk.

Gefragt wurde auch nach den Gründen für diese Entscheidung. Bei den Online-Käufern kristallisierten sich besonders auch praktische Aspekte heraus: große Auswahl und Vergleichsmöglichkeiten, es spart die Fahrerei, was besonders von denjenigen als angenehm empfunden wird, die weit entfernt von entsprechenden Einkaufsmöglichkeiten wohnen.

Fehlende Zeit für die Fahrt ins Einkaufcenter, die Möglichkeit rund um die Uhr zu bestellen oder dem Einkaufsgedränge samt nerviger Parkplatzsuche und voller Busse und Bahnen zu entgehen, werden als weitere Gründe fürs Online-Shoppen genannt.

Die 37 Prozent, die besonders gerne im kleinen Geschäft vor Ort einkaufen, haben vor allem diese Beweggründe: Die Sachen können angeschaut werden und es lassen sich auch Unikate und Besonderheiten entdecken, diese Art des Einkaufs bringt mehr weihnachtliche Stimmung mit sich, die Händler vor Ort werden gestärkt und die Beratung ist individuell und persönlich.

Einige, die in oder in der Nähe von Orten mit entsprechenden Geschäften wohnen, geben auch die räumliche Nähe als Vorteil an.

Der Kauf bei großen Einzelhandelsketten verbindet für viele Befragte einzelne Vorteile von Online-Händlern und kleinen Einzelhändlern: Die Auswahl ist umfassend, die Waren können begutachtet werden, die Preise sind oft auch günstig, und bei Bedarf gibt es ebenfalls Beratung.

Kleidung unterm Weihnachtsbaum Was ist der Geschenke-Klassiker zum Fest?

Forst

Baum vom regionalen Händler

Beratung rund um Fichte, Nordmanntanne & Co. gibt es auch beim Kauf eines Weihnachtsbaumes. Den holen sich 23 Prozent der Befragten am liebsten im regionalen Gartenbaubetrieb, 18 Prozent im Baumarkt. 21 Prozent stellen einen künstlichen Baum auf und 16 Prozent verzichten ganz. Acht Prozent verwandeln die Bäume, die im Garten stehen, in einen Weihnachtsbaum. Der Baumkauf im Supermarkt oder das Selberschlagen kommt nur für eine Minderheit der Befragten infrage.

Teil II Mit wem die Lausitzer am liebsten feiern und welche Begriffe Sie mit Weihnachten verbinden, lesen Sie am Montag im zweiten Teil der Auswertung der Rundschau-Weihnachtsumfrage.