Angesichts des Jahr für Jahr näher rückenden Ausstiegs aus der Kohleverstromung könnte man meinen, dass es genau dieses Thema ist, was den Lausitzern die größten Sorgen bereitet. Aber das ist nicht der Fall.

Es gibt noch etwas, was den Ober- und Niederlausitzern noch mehr Kopfzerbrechen macht: der Zustand der Gesellschaft an sich mit zunehmender Ignoranz und Rücksichtslosigkeit. Der Anteil liegt, hochgerechnet auf die Zahl von 1455 gegebenen Antworten bei 548 Teilnehmern – Mehrfachantworten waren erlaubt – bei 28 Prozent (nominal 410).

18 Prozent (nominal 263) sind mit Blick auf den Kohleausstieg und die Frage, ob der Strukturwandel funktionieren wird, bekümmert. Auf Platz drei der Sorgenliste (15 Prozent, nominal 224) steht die Angst vor Armut in Deutschland durch zu kleine Renten und Löhne.

Elf Prozent aller 1455 Antworten entfielen auf die Sorge aufgrund der Flüchtlingsströme (nominal 157). Auf den Klimawandel mit seinen massiven Ausprägungen von Waldbränden bis hin zu Überschwemmungen entfielen zehn Prozent der Antworten (nominal 147). 99 Umfrageteilnehmer (sieben Prozent von 1455) fürchten einen Krieg zwischen den USA und dem Iran und fragen sich, was für Folgen das für Deutschland haben könnte.

Armut, Krankheiten und Hunger weltweit, das Risiko einer Epidemie durch das Verschleppen der Krankheiten durch die globale Vernetzung und die immer näher kommende Schweinepest sind Themen, die für die Befragten eher eine nachrangige Bedeutung haben. 114 der Befragten wählten eine dieser Antwortoptionen (acht Prozent/1455).

41-mal wurde Sonstiges angeklickt. Als Grund zur Sorge wurde hier unter anderem der Rechtsruck im Land und das Erstarken rechtsextremer Gruppierungen genannt. Auch das Nato-Manöver von den USA beschäftigt einige nach wie vor.

Washington/Weißkeißel/Warschau

Wie sieht die Zukunft der Lausitz ohne Kohle aus?

Da der Strukturwandel in der Lausitz, nach dem Zustand der Gesellschaft an sich, das Thema ist, was die Befragten sehr beschäftigt, wollte die Lausitzer Rundschau in ihrer Umfrage auch wissen, wie denn, mit dem Blick auf eine Zukunft ohne Kohle, die ganz persönliche Prognose der 548 Teilnehmer für die Region ausfällt. Das Ergebnis: Die große Mehrheit schaut eher ernüchtert in die Zukunft und hat wenig Hoffnung, dass der Umbruch von Erfolg gekrönt sein wird.

Für 24 Prozent (nominal 134) der Befragten sieht die Zukunft der Lausitz „sehr düster“ aus. Sie haben bei dieser Antwortoption, zu der der Zusatz „Ich glaube nicht, dass es gelingen wird, entsprechende Firmen in die Region zu locken, um ausreichend neue Jobs zu schaffen. Die Lausitz wird noch abgehängter sein als vorher“ gehört, ihr Kreuz gemacht.

Etwas über die Hälfte (52 Prozent, nominal 283) kreuzte, nach der Prognose für die Lausitz gefragt, die Antwort „Nicht gut, es werden vielleicht ein paar neue Jobs geschaffen, aber im Großen und Ganzen wird es keine Verbesserungen geben“ an. 18 Prozent (98 Befragte) geben sich „optimistisch“, und stimmen der Aussage zu, dass es sicher im touristischen und im wirtschaftlichen Bereich Fortschritte geben und die Region sich nach und nach entwickeln wird.

Nur drei Prozent schauen „sehr positiv“ nach vorne und unterstützen die Aussage, dass sich nach Teslas Ansiedlung im Speckgürtel Berlins weitere große Unternehmen ansiedeln und auch Südbrandenburg und die Oberlausitz davon profitieren werden. Weitere drei Prozent haben keine Haltung zu dem Thema.

Skepsis gegenüber Elektromobilität

Im Rahmen des Strukturwandels spielt neben der Energiewende auch immer das Thema Elektromobilität eine Rolle. Doch wie halten es die Lausitzer damit, steht ein E-Auto in diesem Jahr auf der Anschaffungsliste oder bleiben die Ober- und Niederlausitzer doch lieber bei Bewährtem?

Für 70 Prozent gilt Letzteres. 51 Prozent (279) geben an, dass sie zurzeit einen Benziner fahren und diesen auch solange wie möglich fahren wollen. 19 Prozent wollen ebenso verfahren, allerdings mit ihrem Diesel. Gerade einmal zwei Prozent (13) der Befragten wollen sich demnächst ein E-Auto zulegen, weitere zwei Prozent (12) wollen dabei auf ein Wasserstoffauto setzen. Acht Prozent (46) könnten sich in zwei, drei Jahren mit dem Kauf eines Elektromobils anfreunden.

Neun Prozent geben an, dass sie sich in diesem Jahr ein Auto kaufen wollen, allerdings mit traditionellem Antrieb. Dabei setzen sechs Prozent (33) auf einen Benziner und drei Prozent (14) auf einen Diesel. Acht Prozent der Befragten (45) gaben an, dass sie kein Auto besitzen beziehungsweise keins brauchen.

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Den zweiten Teil der Umfrageauswertung lesen Sie am Dienstag. Unter anderem geht es darum, ob die Lausitzer glauben, dass der Flughafen Berlin-Brandenburg wirklich eröffnet.

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