Der Dank an Kita-ErzieherInnen ist mehr als angebracht. Aber gerade in diesen schwierigen Zeiten sollten auch die KollegInnen in der Heimerziehung nicht vergessen werden. Gerade in der Heimerziehung gehen die KollegInnen oft an ihre Grenzen bzw. auch darüber hinaus.

Die Kinder sind in der Situation nicht zu Hause sein und ihre Schulfreunde nicht sehen zu können und sie haben auch keine größeren Rückzugsräume. All diese Probleme werden durch die ErzieherInnen aufgefangen, mit all der Kraft die ihnen zur Verfügung steht.

Aber auch die Kinder und Jugendlichen sind stille Helden, welche das Besondere in ihrer besonderen Situation meistern. Ich wünsche ihnen jedenfalls viel Kraft dafür

Peer Sawallisch,  Cottbus

Täglich lesen wir in den Medien Durchhalte-Parolen (...).

Fragen Sie doch einfach die Selbstständigen, die vielleicht im vergangenen Jahr einen Betrieb eröffnet haben, voller Hoffnung, und jetzt durchhalten sollen. Wovon denn? Die Kosten wie Krankenversicherung, Miete und für Lebensmittel für sich selbst und die Familien laufen. Fragen Sie mal den Inhaber eines Textilladens oder einen Friseur, wovon er leben soll. Die stinken diese Parolen sicher einfach nur noch an. (...)

Auch wenn die ILB inzwischen angefangen hat, die Soforthilfe auszuzahlen – dafür ist jeder von uns von ganzem Herzen dankbar: Wie lange reicht das Geld? Reicht es überhaupt? Danach fragt keiner.

Wer fragt denn, wie viele Tränen sie im Stillen vergossen haben, weil sie verzweifelt sind und um ihre Existenz bangen? Wer fragt denn die Familien, die mit Kurzarbeitergeld auskommen müssen und auch ihre vollen Kosten haben. Verständnis und Geduld, davon werden die Familien nicht satt.

Fragen Sie mal die Kinder, ob sie sich nach der Schule sehnen und mit Freunden spielen wollen. (...) Da ist kein Verständnis und Durchhalten mehr da.

Ein Beispiel: Unsere Kinder wohnen in Franken. Unser Schwiegersohn hat mit unserem Enkel etwas zu Freunden, die auch einen siebenjährigen Jungen haben, gebracht. Beide Jungs haben sich seit Wochen für eine halbe Stunde wiedergesehen und konnten miteinander spielen. Wissen Sie, was dieser Junge sagte: „Das war die schönste halbe Stunde meines Lebens.“ Das sagt ein sieben Jahre altes Kind. Uns standen die Tränen in den Augen.

Was unsere Menschen hier brauchen, das sind Antworten – bei allem Verständnis für ältere und kranke Menschen –, wann sie wieder in ein normales Leben zurückkehren können (...).

Mittlerweile fühlen sich gerade ostdeutsche Menschen mehr eingesperrt und bevormundet als im Unrechtsstaat DDR. Dafür sind wir nicht 1989 auf die Straße gegangen. (...)

Wollen und müssen wir hier weiter zusehen, bis alles den Bach heruntergegangen ist, Menschen sich selbst töten oder krank werden aus Verzweiflung? (...)

Dirk Graeber, Meuro    

Jetzt wird verstärkt in der Öffentlichkeit diskutiert, dass im Rahmen der Ansteckungsvorsorge (Coronavirus) älteren Mitmenschen besondere Beschränkungen auferlegt werden könnten.

Das halte ich für eine unangemessene Überlegung. Es gibt viele ältere Menschen, die gesundheitlich total widerstandsfähig sind, und andererseits einzelne Menschen aus allen Altersgruppen, die aus individuellen Gründen deutliche gesundheitliche Risiken haben.

Auch, wenn die Zahl der älteren Personen, die gefährdet sind, größer ist, gibt das niemandem das Recht, die gesamte ältere Bevölkerung aus sozialen und politischen Bereichen auszusperren.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das mit unserem Grundgesetz vereinbar ist.

Ein kleines Beispiel habe ich gerade erst erlebt. Einer älteren Dame wurde von einem Busfahrer an der Haltestelle die Mitfahrt verweigert, weil sie keinen Fahrschein hatte und nicht wusste, wie oder wo sie einen bekommen könnte. Der Bus fuhr ohne sie ab.

Ich habe dann mit dem Kundenservice von Cottbusverkehr deswegen telefoniert. Es wurde mir dann nach einigen eher unpraktikablen Hinweisen (man könne auch per Überweisung den Fahrschein bezahlen) gesagt, die Alten sollen ja auch zu Hause bleiben.

Ich frage mich, wo das enden soll, wenn die älteren Menschen so pauschal diskriminiert werden.

Karl Fisher, Cottbus

Wer in diesen Tagen Berichte über die Corona-Krise liest, bekommt den Eindruck, dass der Virus auch die deutsche Sprache befallen hat. Die Texte strotzen nur so von englischen Schlagwörtern (...). Da ist von Home Office die Rede, obwohl wir doch alle die Heimarbeit kennen oder die Arbeit von zu Hause aus. Anstatt hier einen neuen Begriff zu schaffen, zum Beispiel Heimbüro, begnügen sich Journalisten und andere Meinungsmacher damit, immer dieselben Anglizismen zu wiederholen.

Das gilt auch für Begriffe wie Home Schooling für Schulunterricht zu Hause, Corona-Hotspot statt Corona-Schwerpunkt, Social Distancing für Abstand halten (gemeint ist aber der räumliche Abstand, nicht der soziale) oder Exit-Strategie, abgeleitet vom englischen Exit Strategy. Dafür haben wir in unserer Muttersprache den allseits bekannten Begriff Ausstiegs-Szenario.

 Unverständlich wird es, wenn mit der Krise schlagartig solche englischen Begriffe in der Berichterstattung auftauchen, die kaum noch jemand ohne Wörterbuch versteht.

So wird die von der Bundesregierung Ende März beschlossene Kontaktsperre und die damit verbundene Schließung des Landes in den Medien mit den englischen Wörtern Lockdown und Shutdown beschrieben.

Das vor allem in Großbritannien verwendete Wort Lockdown bezeichnet das Herunterfahren des Landes, während Shutdown bei uns bisher im Zusammenhang mit der Schließung von US-Regierungsbehörden aufgrund gesperrter Haushaltsmittel bekannt wurde.

Viele Deutsche wissen zwar ungefähr, was gemeint ist, aber ohne Wörterbuch geht es doch nicht. Und da finden wir bei Lockdown „Abriegelung, Herunterfahren, Sperrung, Absperrung“ und bei Shutdown die Übersetzung „Betriebsstilllegung, Arbeitseinstellung, Haushaltssperre“.

Jetzt bleibt es der Kreativität der Journalisten und Moderatoren überlassen, den Zustand unseres Landes in gutem Deutsch zu beschreiben. (...) Die deutsche Sprache ist vielfältig und kreativ genug.

Das kommt auch gut in der Überschrift des Corona-Artikels der „Lausitzer Rundschau“ vom 8. April auf Seite zwei zum Ausdruck. Dort heißt es in bestem Deutsch: „Wie kommen wir da wieder raus?“ und nicht etwa „Wo ist der Exit vom Shutdown?“ Das war klasse! In der Unterzeile ist wieder von der Exit-Strategie die Rede. Warum nicht „Ausweg aus der Krise“?

Doch dann wird es in demselben Artikel auf Seite 3 ganz krass. Dort heißt es „Großveranstaltungen gelten als ‚superspreader’ (Superverbreiter) von Viren“. Mir ist völlig unverständlich, wieso hier zuerst der bei uns unbekannte englische Begriff gewählt wird, um dann in Klammern das deutsche Wort zu nennen.

(...) Das wirkt wie eine Anbiederung an die Sprache der Amerikaner und Engländer. Dabei gibt es so viele populäre Wörter auch in anderen Sprachen, die aber keinen Eingang mehr in die deutsche Sprache finden. Nur für Englisch werden alle Tore geöffnet, sodass aus dem Deutschen langsam das vermischte Denglisch wird. Wer aber soll die deutsche Sprache lebendig halten, wenn viele Deutsche dazu keine Lust mehr haben?

Peter Jähnel, Cottbus