Am Montagmorgen las ich in der Lausitzer Rundschau den Hinweis einer Leserin von der „Beschäftigungsidee für Jugendliche“.

Ich finde, das ist eine gute Idee für uns alle! Einfach mal machen, statt auf irgendwas zu warten. Anfangen etwas zu tun, für eine bessere Welt!

Ja, ich selbst sammle Müll und meine Kinder auch. In meiner Wanderjacke steckt schon immer vorsorglich ein Beutel drin. Zurzeit sind wir öfter unterwegs als sonst. Da kommt einiges zusammen.

Zuerst habe ich mich schon gefragt, warum den Müll anderer Leute wegräumen. Kann sich nicht die städtische Reinigung darum kümmern? Oder derjenige der es hingeworfen hat? Nein, ich mache es, weil es mich stört. Weil ich statt einer Dreckspur, eine saubere Spur hinterlassen will.

An den Wegrändern in der Calauer Schweiz fallen mir immer wieder die vielen Taschentücher auf. Sind sie einfach Radfahrern aus der Hose gerutscht oder wurden sie weggeworfen? Frei nach dem Motto, was ich los bin, geht mich nichts mehr an. Die verrotten doch.

Ich denke, der Wald ist der Garten der Tiere. Und ich frage mich: „Was würden diese Leute wohl sagen, wenn die Tiere Abfälle in deren Vorgärten schmeißen würden?“

Ich jedenfalls genieße meine Aufenthalte im Wald, erhole mich im Grün und der guten Luft.

Dafür bin ich dankbar und nehme gern ein bisschen Müll mit. Ehrlich gesagt, macht es mir sogar Spaß. Es ist wie Pilze sammeln oder Ostereier suchen. Und zur Belohnung bekomme ich ein gutes Gewissen.

Beim gestrigen Sonntagsspaziergang, als ich einen alten Gummistiefel in die schon volle Mülltüte packen wollte, sagte mein Mann dann zu mir: „Du bist doch nicht Jeanne d’Arc und kannst die Welt nicht retten.“ Nein, ich allein kann das nicht. Aber wenn jeder das Bisschen tut, was er kann, dann verändert sich was. Dann sind Wunder möglich.

Kristin Freitag, Calau

Ich stimme zu. Das Müllsammeln an den Straßenrändern, in Parks und Grünflächen ist eine sinnvolle Beschäftigung. Aber anstatt sich über den Müll nur aufzuregen und die Stadt zu kritisieren, dass sie sich nicht kümmert, kann jeder Müll aufsammeln. Dafür gibt es keine Altersbegrenzung. Also warum nur die Jugendlichen?

Ich habe in meiner Straße selbst die Initiative ergriffen und sammle öfters den Müll entlang der Straße ein. Sogar meine Enkel konnte ich dafür begeistern. Wir müssen nicht immer nach Anderen schreien und uns dann wundern, dass alles teurer wird.

Clelia Pfirrmann, Cottbus