Es wurde vor Jahrzehnten mit Recht gewarnt: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler. Wer Hitler wählt, der wählt den Krieg!“

Bundespräsident Walter Steinmeier hat vor wenigen Tagen in Auschwitz umsonst vor einer Wiederholung gewarnt. Unnütz? Nein!

Nach Thüringen muss man ausrufen: Wer CDU/CSU und FDP wählt, der wählt die Nazis, wählt die AFD.

Ich verweigere mich künftig jeder Aktivität, deren Spur nach diesem Gefolge riecht, gleich, was scheinheilig beteuert wird.

Hubert Raffelt, Berlin

Regierung ignoriert das Nazi-Tun

Gleich und Gleich gesellt sich gern. Die Wahl des thüringischen Ministerpräsiden aus einer Fünf-Prozent-Partei hat mich nicht sonderlich gewundert, hat doch die reichs- und westdeutsche Politikerkaste im Verein mit Industrie- und Finanzkapital schon immer alles getan, um linke Entwicklungen zu verhindern.

Das begann mit der militärischen Niederschlagung der Arbeiter- und Soldatenräte 1919. Die NSDAP kam nur mit aktiver Hilfe der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) und durch das Stillhalten der bürgerlichen Parteien an die Macht.

In der jungen Bundesrepublik wurden hohe Nazibeamte in Regierungspositionen gehoben und die Kommunistische Partei verboten. Seit Jahren ignoriert unsere Regierung das Tun der neuen Nazis und ist sich nicht zu schade, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten die Gemeinnützigkeit abzuerkennen.

Da hätte es mich schon gewundert, wenn die Thüringer bürgerlichen Parteien ihre Chance nicht genutzt hätten.

Philipp Höhne, Gablenz

Appell in die falsche Richtung

Die geistigen Brandstifter für die Situation in Thüringen sitzen in den Chefetagen der bundesdeutschen CDU. Der Autor erwähnt diesen Zustand aber nur am Rande. Hier hätte ich mir eine umfassendere Analyse gewünscht.

Es gab bei der letzten Landtagswahl einen klaren Wahlsieger: Die Linke. Nach langem Hin und Her hatte sich der Thüringer Landesvorsitzende der CDU, Mike Mohring, dazu durchgerungen ein Gespräch mit Bodo Ramelow zu führen.

Mit einem eindeutigen Veto, besonders durch CDU-Generalsekretär Ziemiak wurde das verhindert und Feuer an die Zündschur der Regierungsbildung in Thüringen gelegt.

Für das jetzige Dilemma will aber heute keiner mehr verantwortlich sein. Alle sind nur geschockt, außer die AfD.

Wenn der Autor am Schluss seines Kommentars darauf hinweist ,dass jetzt besonders „Linke, SPD und Grüne zeigen müssen, ob sie es ihrerseits ernst gemeint haben mit einer konstruktiven Politik im Parlament“, geht dieser Appell für mich völlig in die falsche Richtung.

Hans-Jürgen Gresch, Koßdorf