Wie ein praktizierender Gärtner leugnen kann, dass noch immer massiv Wasserreserven im Boden fehlen, hat mich schockiert.

Förster, Landwirte und Naturschützer, die alle nicht mit dem Gartenschlauch nachhelfen können, machen sich Sorgen, die auch Herr Schneider ernst nehmen sollte. Es ist unerklärlich, woher er die Information nimmt, dass im Januar 2020 in Cottbus 43,4 Liter pro Quadratmeter Regen gefallen seien.

Die amtliche Wetterstation verzeichnet 26,7 Liter, das ist klar unter dem Durchschnitt. Wäre der Boden im Februar (!) nicht über spatentief durchfeuchtet, würden wir längst in einer Steppe leben.

René Schuster, Drachhausen

Der Analyse des Helmholtz-Zentrums stimme ich voll zu. Wir sind der dunkelrote Fleck auf dessen Karte für den Bodenfeuchte-Index. Derzeit sieht es oberflächlich zwar recht gut aus – im Februar habe ich bis zum 16. Februar 45 Millimeter Niederschlag gemessen –, jedoch unter den Hecken ist der Boden in unserem Garten staubtrocken.

Im Januar 2020 waren es lediglich 24 Millimeter Regen (Ein Millimeter Regen = ein Liter/Quadratmeter, Anm. d. Red.). Als Jahresmenge für 2019 registrierte ich 495 und 423 Millimeter für 2018. Zu dem etwas höheren Resultat im letzten Jahr trug die Januar-Bilanz 2019 bei – das waren 91 mm.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass innerhalb weniger Kilometer die Niederschlagssummen stark unterschiedlich ausfallen, besonders in den Sommermonaten. Da bekommt ein Ort den Regen ab und im Nachbarort sind nur noch die dunklen Wolken zu sehen. Dass die Trockenheit aber die gesamte Lausitz betrifft, ist in Rundschau-Beiträgen der letzten Tage zu lesen – das Wasser reicht nicht für alle Gewässer.

So ist die Schwarze Elster bei Kleinkoschen auch im Winter ohne Wasser, da es für den Senftenberger See benötigt wird. Der Großräschener See erhält derzeit kein Wasser.

Ines Krätsch, Döbern