Ist das nicht der Skandal des Jahrhunderts? Menschen, die sich einer Regierung zurechnen, beschließen Pflichten für die Bürger und lassen den Normalbürger bei der Realisierung total allein. Jüngstes Beispiel: die Maskenpflicht.

Einer der beliebtesten Ersatzschauplätze der Pandemie. Alle reden darüber und jeder sieht es anders. Mein Hausarzt verzeichnet schon die ersten Gesichtsrose-Fälle, weil den eifrigen Eigenproduzenten entgangen ist, dass manche Stoffe und ihre Farben nicht feucht werden dürfen. Die Folge: Hautkrankheiten.

Im Regierungsflickenteppich BRD gibt es keine einzige Auskunft darüber, wie man zu einer ordentlichen Maske kommt.

Apotheke? Fehlanzeige. Drogerie? Ebenso. Der Hausarzt schließt sie für eigene Mitarbeiter weg und die Berliner Verkehrsbetriebe verkünden schon, man werde dafür nicht kontrollieren. Kann diese Chaos-Gesellschaft nach allen bisherigen Maßnahmen noch weiter zerbröseln? Eigentlich wird nur noch angeordnet, befohlen, gewarnt.

Regieren ist bloßes Zitateverlesen in „Extras“ beim Fernsehen und das Geben von Bastelanleitungen von einer Noch-Kanzlerin.

Das Erwerben einer Gesichtsmaske ist zu popelig, danach fragt nicht mal der Abendmoderator. Wichtiger sind die Kampfflieger für die Bundeswehr und neue Auslandseinsätze. Und natürlich die Bundesliga und ein neuer Vertrag für einen Münchner Torwart. Als populistisches Opfer, weil das ohnehin nicht mehr richtig zu organisieren ist, das Oktoberfest.

Dafür dürfen dann wahrscheinlich die Bayern-Kicker für viel Werbegeld, ohne Publikum und im Zwei-Meter-Abstand zu Lewandowski, falls er nicht in polnischer Quarantäne ist, „Deutscher Meister“ werden. Es lebe das Zuschauervernichtungsfernsehen! Dafür bleibe ich nicht daheim, sondern sichere volle Regale bei Kaufland.

Ullrich Reimers, Berlin