Ich bin wahrlich keine Leserbrief-Schreiberin, aber die Neue LR bringt mich doch dazu.

Ich bin mir nicht sicher, was das Anliegen ist für die Veränderung – außer der Tatsache, dass ein paar farbige Bilder mehr zu sehen sind.

Ich kann keine Logik in den einzelnen Beiträgen erkennen und die Schlagzeilen erinnern mich immer mehr an die Bild-Zeitung.

Nur ein Beispiel: Am Montag, 11. November finden sich auf der Ratgeber-Seite Überschriften wie „Emotionale Muttermilch“ oder „KI unterstützt Radiologen“ mit dem Untertitel „Prostata, künstliche Intellegenz kann helfen“ oder „Harnkatheter tötet Bakterien“
Man hat das Gefühl, als ob jemand beim Arztbesuch irgendwelche Artikel aus verschiedenen Wartezimmerzeitungen abgeschrieben und sie willkürlich zusammengesetzt hat, damit die Seite voll wird.

Besonders peinlich finde ich das Foto in der Mitte mit einer jungen Frau, die einen Mann anhimmelt und die Unterschrift: „Wer lobt, ist souverän und zeigt: ‚Ich dulde andere Götter neben mir’“ – das hätte mancher Chef vielleicht gerne, dass ihn seine Mitarbeiter als „Gott“ verehren – aber in welcher Zeit leben wir eigentlich?

Außerdem finde ich die vielen kleinen Artikelchen verwirrend, da ich oft genug keinen Zusammenhang zwischen den Themen erkennen kann.

Und wenn ihr Redakteur Jan Augustin auch noch verkündet: „Wir sind die regionale Gegenstimme zur wirren und ungefilterten Nachrichtenflut“, kann ich ihm leider nicht zustimmen – ich habe eher den Eindruck, dass es keine Logik in den Berichten und der oft genug wirren Zusammenstellung gibt.

Und wenn Redakteurin Sylvia Kunze Allgemeinplätze verkündet wie „Wir sind täglich am Ball und greifen die Geschichten der Region auf“, dann kann ich nur sagen: Prima, das ist schließlich ihr Job!

Ich bin sicher, dass noch andere Leser meiner Meinung sind und hoffe sehr, dass das alles „Kinderkrankheiten“ sind, denn in den Zeiten der allgemeinen Reizüberflutung muss die LR nicht auch noch in diese Kerbe hauen und oberflächliche Schlagzeilen statt tiefgründig recherchierter Beiträge zu bringen. Wie heißt es doch so treffend: Weniger ist manchmal mehr.

Karin Heym, Doberlug-Kirchhain