Die deutsche Kohleverstromung ist mit nur 1,8 Prozent an der weltweiten Kohleverstromung beteiligt. Weiter muss man zur Kenntnis nehmen, dass sich mehr als 1000 Kohlekraftwerke weltweit im Bau befinden. Selbst unsere unmittelbaren Nachbarn bauen neue Kernkraft- und Kohlekraftwerke oder erweitern bestehende Kohlegruben, um die Kohleverstromung bis nach 2040 zu sichern.

Die größten CO2-Emittenten sind mit rund 85 Prozent China, Indien und die USA. Also ist der deutsche Kohleausstieg für das Weltklima völlig bedeutungslos. Aber dann kommt die viel gepriesene „Vorbildrolle“ Deutschlands ins Spiel.

Kein gesichertes Stromnetz und höchste Energiepreise in Europa führen langfristig zum Konkurrenzverlust deutscher Produkte in der Welt und verteuern das tägliche Leben. Das ist ein „schönes Vorbild“ für andere Länder, es nicht so zu machen.

Die erneuerbaren Energien mit einer bisher installierten elektrischen Leistung von mehr als 100 Gigawatt/200 Milliarden Euro sind damit nicht in der Lage, die Stromversorgung Deutschlands auch nur für einen einzigen Tag zu übernehmen.

Nun hat Deutschland auch noch begonnen, die einst in der Welt führende Automobilindustrie zu demontieren. Selbst die Führungselite der deutschen Automobilindustrie steckt Milliarden in die Entwicklung der E-Mobilität.

Und das alles ohne Marktanalysen und Bedarfsforschung für Rohstoffbeschaffung (Lithium und Kobalt), und ohne Bewertung der Möglichkeiten der Ladestrombereitstellung für sieben bis zehn Millionen E-Autos. Zeitgleich wollen diese Politiker aus Atom- und Kohlestrom aussteigen.

Warum wird die Brennstoffzelle nicht als Alternative zur batteriebetriebenen E-Mobilität betrachtet? Bei 30 000 Windrädern hätten wir genügend H2-Tankstellen (Elektrolyse an jedem Windpark als Black-Box“) zur Verfügung.

Wann wird endlich wieder reale und sachkundige Politik gemacht?

Hermann Bawey, Cottbus