Zum geplanten Wiederaufbau des zweiten Gleises zwischen Cottbus und Lübbenau bis zum Dezember 2027 wurde in der LR bereits ausführlich berichtet. In Leserzuschriften wurde über die lange Vorbereitungs- und Bauzeit große Verwunderung geäußert.

Ich habe mir mal erlaubt, im Online-Lexikon „Wikipedia“ zum Bau der Eisenbahnstrecke Berlin-Cottbus-Görlitz Informationen zu sammeln und habe erstaunliches gefunden:

Der erste Spatenstich fand am 13. April 1865 bei Treptow statt. Durch den Preußisch-Österreichischen Krieg erfuhr das Vorhaben eine wesentliche Beschleunigung.

Ab dem 13 Juni 1866 fuhren die ersten Militärzüge zwischen Berlin und Kottbus, am 13. September 1866 nahm die Berlin-Görlitzer Eisenbahn-Gesellschaft einen beschränken Reise- und Güterverkehr auf demselben Abschnitt auf.

Die Gesamtstrecke ging am 31. Dezember 1867 in Betrieb. Die Baukosten beliefen sich auf 36 Millionen Taler, umgerechnet zehn Millionen Mark.

Es handelte sich wohlgemerkt um den Neubau einer Eisenbahnstrecke mit einer Länge von 207,9 Kilometern bis nach Görlitz und nicht um die Ergänzung eines bereits bereits vorhanden gewesenem  zweiten Gleis für einen 29 Kilometer langen Teilabschnitt. Der Bau erfolgte mit reiner Muskelkraft, ohne hochmoderne Erd- und Gleisbautechnik, allerdings auch ohne überbordende und teils unsinnige Vorschriften und Gesetze zum Vorbereitungs- und Bauprozess.

Der Bau des zweiten Gleises zwischen Cottbus und Lübbenau reiht sich in weitere bekannte Endlos-Bauvorhaben wie Stuttgart 21, die Hamburger Elbphilharmonie oder BER ein. Deutschland kann es einfach nicht mehr!

Horst Gorn, Cottbus