Was ist denn mit „meiner“ Rundschau los? Da wird Gregor Gysi fast eine ganze Seite eingeräumt, um sich auszubreiten. Dazu gibt es biografische Informationen für den geneigten Leser. Obendrein bekommt er in der Stadthalle ein Podium, dessen Veranstalter Sie auch sind.

Das kann man machen, muss man aber nicht. Zur Redlichkeit hätten Sie aber hinzufügen müssen, dass Gysi, den die Stasi als IM „Notar“ führte, „wissentlich und willentlich mit dem MfS zusammengearbeitet“ hat, wie es der Immunitätsausschuss des Bundestages, des höchsten Gremiums unserer Demokratie, unmissverständlich festgestellt hat.

Wer in seiner Funktion als Rechtsanwalt Mandanten verrät, sollte keine derartige Öffentlichkeit bekommen, zumal er sich bis heute zu diesen Vergehen nicht bekannt und seinen Opfern nicht offenbart hat. Ich finde, da hat auch eine Zeitung eine gewisse Verantwortung.

Kai Sprenger, Cottbus