Zum Artikel „Der Rechtsstaat muss für alle gelten“ – er befasst sich mit Widerstand der Brandenburger Linken gegen die Hohenzollern, die Schloss Cecilienhof in Potsdam zurückfordern –  in der LR vom 9. August 2019: Beim Lesen dieses Artikels ging mir erneut die Hutschnur aber sowas von hoch.

Wie viel Aufmerksamkeit braucht hier wer für was? Brauchen unsere Linken diese Mini-Demo vorm Schlosspark von Cecilienhof? Nein! Muss unser Finanzminister (Linke), ein Verfahren vor dem Potsdamer Verwaltungsgericht wieder aufleben lassen? Nein! Muss Brandenburg über finanzielle Entschädigungen streiten? Nein. Muss sich unser Minister (SPD) für eine gütliche Einigung aussprechen? Nein.

Was soll das ganze Theater? Bekommen oder nehmen die Minister dafür Geld? Warum hadert unsere Kulturstaatsministerin mit sich und bittet das Parlament um Zustimmung? Geht es noch?

Ich bin auch eine Adlige mit dem Titel „Freie Frau von Lübbenauern“. Ich habe die Broschüre vom Einigungsvertrag von 1990. Darin gibt es einen klaren Beschluss vom 11. Dezember 1990 vom Bundesverfassungsgericht zum Einigungsvertrag vom 20. August 1990. „Die Enteignungen aus besatzungsrechtlichen Grundlagen 1945 bis 1949 sind nicht mehr rückgängig zu machen.“ Liebe Minister, das Dokument ist knapp 30 Jahre alt, und solange wir als Volk diesen Rechtsstaat haben, wird sich das nicht ändern. Schenkt doch diesen Hohenzollern diese Broschüre und teilt ihnen auch mit, dass die gesamte Herrschaft Hohenzollern am 9. November 1918 beendet wurde.

Das war das Ende des Ersten Weltkrieges. Das war zu dem Zeitpunkt als deren Vorfahren feige geflohen sind. Das war die Zeit, ab der man in der Welt 17 Millionen Menschenleben heute noch betrauert.

Hat seine „Hoheit“, Oberhaupt Georg Friedrich Prinz von Preußen, jemals eine müde Mark für Grabpflege ausgegeben? Nein, bis heute nicht. Aber er will haben und fordert. (...) Aber nicht mit mir, einer Brandenburgerin. Ich will auch fordern und haben, und zwar den symbolischen Euro für jeden der 17 Millionen Kriegstoten (...).

Martina Molle, Lübbenau