Zum LR-Beitrag „Eigenheime sind schlecht fürs Klima“ vom 7. Oktober 2019: Das, was Herr Keller von sich gibt, kann ich als einer von 15,8 Millionen Eigenheimbesitzern nicht nachvollziehen. (. . .)

Merkel und Co. wollen Bürger mit Steuern für Benzin, Diesel und Heizöl belasten, kriegen es aber nicht auf die Reihe, dass deutsche Fahrzeughersteller für ihre die Umwelt belastenden Fahrzeuge zur Rechenschaft gezogen werden.

Herr Keller nimmt sich jetzt alle Eigenheimbesitzer vor: „unästhetisches Bauen“, „Flächenversiegelung“ und „Verödung von Dorfkernen“ heißt es da.

(. . .) Jeder baut nach seinem Geschmack, seinem Geldbeutel und auch unter der Berücksichtigung angrenzender Eigenheime. Ein Holzhaus im nordischen Stil sieht zwar gut aus, passt aber nunmal nicht in jede Gegend. Auch das sollte ein Architekt wissen.

Auch sind die Ostdeutschen nicht erst seit 1990 Eigenheimbauer. Ein Eigenheimprogramm wurde 1958 in der DDR aufgelegt und von der Regierung ab den 70er-Jahren stark gefördert. Wir selbst haben eine Einfamilienwohnung EW 71 als Baugrundlage gehabt und den Bau aus „ästhetischen“ Gründen anders ausgeführt.

Die Flächenversiegelung ist ein Problem, das bei jedem Straßenneubau, industriellen Erweiterungen, Bauprojekten wie dem BER oder Windkraftanlagen mit großen Betonfundamenten auch auftritt. Und man sollte beachten, dass viele Eigenheimgrundstücke zum großen Teil auch Grünflächen mit Bepflanzungen beinhalten, und damit der Natur wieder etwas zurückgegeben wird.

Wenn Herr Keller aber die Verödung von Dorfkernen und das Aussterben der Einkaufsmöglichkeiten in den Dörfern mit dem Bau von neuen Eigenheimen (und eventuell dem Zuzug neuer Dorfbewohner) in Verbindung bringt, so scheint er hier etwas ganz falsch einzuordnen. Es sind die Billigläden und großen Einkaufszentren (inklusive Flächenversiegelung), welche dem Tante-Emma-Laden den Garaus machen. Und übrigens: Auch ein Vierseitenhof hat eine große versiegelte Fläche pro Familie. Da sollte man nicht solch große Töne spucken.

Georg Hentschel, Lauchhammer