Zum Leitartikel „Hass ist nicht Meinungsfreiheit“ vom 20. September 2019: Mit Entsetzen habe ich in der RUNDSCHAU den Kommentar von Dorothee Torebko zur Entscheidung des Berliner Landgerichts gelesen, wonach entsetzliche Beleidigungen wie „Stück Sch...“ oder „Drecks F...“ gegenüber der Grünen-Bundestagsabgeordneten Renate Künast keine Beleidigungen, sondern zulässige Meinungsäußerungen wären.

Brauchen wir wirklich solch eine Meinungsfreiheit? (...) Ich kann zum Beispiel am Wort „Kümmeltürke“ keine Beleidigung eines Menschen oder Volkes erkennen; finde es aber äußerst beleidigend, einen ausländischen Staatsmann mit strengem muslimischen Glauben „Ziegenfi...“ zu nennen!

Während man den Absender des „Kümmelt...“ im Mainstream zerriss, wurde der des „Ziegenf...“ als Vorzeige-Kabarettist unserer Meinungsfreiheit gefeiert. Er besaß sogar die Frechheit, die Bundeskanzlerin zu verklagen, weil sie diesen Ausdruck unpassend fand. Wo leben wir nur? Für mich wurde schon mit Joschka Fischers Aus­spruch (...) „Mit Verlaub, Herr Minister, sie sind ein A...loch!“ der Bogen überspannt!

Gert Richter, Guben