Dass einige Ostdeutsche ihre Probleme auf unsere ausländischen Gäste schieben, ist peinlich und beschämend zugleich. Vor 30 Jahren hatten doch viele Ossis nur die Deutsche Mark in den Augen und im Kopf, ohne sich für die Strukturen der damaligen Bundesrepublik Deutschland zu interessieren.

Fazit: Viele Erwartungen wurden bitter enttäuscht, und diese Enttäuschung wirkt bis heute nach. Dass die Einkommen und die Renten sich noch nicht angeglichen haben, liegt an den komplexen ökonomischen Faktoren und damit verbundenen politischen Entscheidungen schon vor 2015, aber auch an Tarifverhandlungen sowie dem privaten Konsumverhalten. Die angebotenen Alternativen: „Ausländer raus“, „Wir brauchen einen neuen Vordenker“ sowie diverser Neid sind keine Lösungen für aktuelle Probleme.

Die Folgen solchen Denkens haben wir ja zwischen 1933 und 1945 gesehen. Was wäre Deutschland ohne ausländische Kultur- und Wirtschaftseinflüsse? Der Autor dieses Textes ist selber Ostdeutscher und erlebt einige Tiefen und Höhen dieser Gesellschaft täglich.

Ralf Kuke, Erfurt