Der Artikel greift ein ganz wichtiges Thema auf, welches immer größere Bedeutung bekommt, seit die Umgangsrechte der Eltern zu ihren Kindern gestärkt wurden. Dem letzten Satz, dass es keine wirksamen Maßnahmen gegen die „Instrumentalisierung ihrer Kinder“ gegen den anderen Elternteil gibt, muss jedoch widersprochen werden.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten die Kontakte zwischen den Eltern und Kindern nach einer Trennung zu gestalten. Das Wechselmodell wird nur sinnvoll möglich sein, wenn das Kind dadurch nicht ständig sein gewohntes Umfeld wie Kindergarten und Schule wechseln muss. Ideal wäre, das Kind bleibt in der gleichen Wohnung und die Eltern wechseln wöchentlich! Dann begriffen sie schnell, was sie dem Kind mit dem Wechselmodell zumuten.

Der gerichtliche Streit belastet das Kind außerordentlich. Deshalb müssten beide Eltern versuchen, ihrem Kind das zu ersparen. Auch dadurch, dass die Kinder einen Verfahrensbeistand gestellt bekommen, der allein die Aufgabe hat die Interessen der Kinder bei Gericht zu vertreten, wird die psychische Belastung für Kinder nicht verschwinden.

Die ideale Lösung wäre, wenn die Eltern im Interesse ihrer Kinder einer freiwilligen Mediation zustimmen, um unter Anleitung und Begleitung durch eine speziell geschulte Mediationsfachkraft gemeinsam eine Vereinbarung zur Regelung des zukünftigen Umgangs beider Eltern mit ihren Kindern zu schließen.

Dabei werden die objektiven Interessen und Wünsche der Kinder in den Mittelpunkt gestellt und Vereinbarungen erarbeitet die dem Kindeswohl am besten dienen. Eine solche gemeinsam erarbeitete Vereinbarung bietet die beste Voraussetzung – aus Liebe zum Kind – von beiden Eltern auch eingehalten zu werden.

Eine Mediation ist mit Sicherheit besser als ein vor Gericht erstrittenes Urteil, bei welchem sich meist ein Elternteil benachteiligt fühlt und dann in die Versuchung kommt, es dem Anderen heimzuzahlen.

Andreas Meyer, Lübben