Hilfsbereitschaft an der Grenze

Ja, weil wieder einmal deutlich wird, wie so mancher Hilfsbereite bis an seine Grenzen geht. Wenn dabei mehr und mehr ausfallen, wie dann weiter? Dass das stets zum Jahresende und -wechsel geschieht und ein gefragtes Thema ist, ist doch kein Wunder. Aber, müssen denn überhaupt diese Umstände eintreten?
Dabei ist Arbeitslosigkeit meines Erachtens eine menschengemachte Tatsache. Sie ist auch deshalb keine Schande für Betroffene, erst recht kein Ruhmesblatt für Einzelne und Gesellschaft. Daraus wieder herauszufinden, ist auch nicht immer ganz einfach. Aber sollen und wollen denn Betroffene, oft sehr lange, manche lebenslang, immer auf anderer Menschen Hilfe angewiesen sein in ihrer Lebensgestaltung?
Die Medizin geht da schon oft den Weg, den Erkrankten einzubinden für die eigene Genesung. Mitunter recht erfolgreich sogar. Vielleicht wäre das auch etwas der Hilfe für andere. So, dass nicht Helfende selber in Gefahr geraten. Übrigens, Arbeitslose sind weder erst Zwölf noch bereits 78. Welchen Alters Helfer sind, ob das überhaupt interessiert?
Dass Corona derzeit eine unrühmliche Rolle spielt, glaube ich schon. Nicht aber, dass es die bislang größte Bewährungsprobe für unser Land laut Bundeskanzlerin Angela Merkel ist. Sie selbst kennt nicht die Schrecken des Zweiten Weltkriegs sowie die Notlage danach in Deutschland. Dennoch, aufzugeben, das lag nicht im Sinn der meisten Menschen. Wollte man überleben, musste etwas getan werden dafür. Just zu der Zeit, im Oktober 1945, bildete sich die Volkssolidarität, als Hilfsorganisation vorrangig für Alte und Schwache. Die Einrichtung von Wärmestuben war eine ihrer ersten Aktionen. Diese Organisation gibt es weiterhin, im Oktober hätte sie ihr 75-jähriges Jubiläum feiern können. Alles ausgefallen wegen der Corona-Beschränkungen.
Auch in diesen Tagen und Wochen tritt sie aktiv in Erscheinung. Möglichst vielen ihrer Mitglieder, die wer weiß wie alt, auch krank und allein sind zu Weihnachten, einen kleinen Lichtblick zu bieten, das tat sie jedes Jahr, so auch diesmal. Hervorzuheben dabei, dass hier die Devise gilt: Alte bemühen sich um zum Teil noch Ältere sowie Gleichaltrige.  (...)
Horst Paulick, Elsterwerda