Nach Corona werden die Windräder nicht nur bei den Grünen wieder ins Gespräch kommen. Über das Verbauen allein im Fundament wird von 180 Tonnen Stahl und über 1500 Kubikmeter Beton je Windrad und Größe derselben berichtet.

Auch über das Abholzen von Waldgebieten, unserer „Grünen Lunge“, für die Errichtung von Windanlagen wird debattiert. Man spricht über Schäden, die Vogelkundler beschreiben, über die Abstände der Standorte von Wohnsiedlungen, über die Beeinflussung der menschlichen Gesundheit und über weitere Themen.

Jedoch, ein Punkt scheint mir überhaupt nicht für eine sachliche Beurteilung dieser Art der Energieerzeugung diskutiert zu werden: Wie verläuft der Rückbau ausgedienter Windräder, der schon in den nächsten Jahren erforderlich sein wird? Was geschieht insbesondere mit den Rotorblättern?

Ein Recycling der neueren Glasfaserflügel ist wohl, wenn überhaupt, nur unter großem Aufwand möglich. Davon spricht niemand. Die Kosten dieses Rückbaus werden wir dann in den höheren Preisen wiederfinden.

Ohnehin haben wir in Deutschland nach Dänemark den zweithöchsten Strompreis in Europa (Privatkunden). Ein anderer Preisvergleich: Frankreich nutzt 73 Prozent Kernkraftenergie und der dortige private Stromkunde zahlt 18 Cent pro Kilowattstunde. Deutschland mit 46 Prozent erneuerbarer Energie fordert 33 Cent pro Kilowattstunde, also nahezu das Doppelte. Welchen Strompreis dürfen wir dann nach Rückbau und Teuerung erwarten?

Mir drängt sich ein Vergleich auf. Als die ersten Atomreaktoren ans Netz gingen – zur Freude aller Nutzer – hat sich wohl kaum jemand ernsthaft Gedanken um die Entsorgung des Atommülls gemacht. Motto: Uns wird schon später etwas einfallen.

Das Ergebnis erleben wir heute. Seit Jahren streitet man um die Endlager. Immer wieder wird das Thema verschoben, verschoben, ohne Aussicht auf eine Lösung. Ein Glück, dass uns wenigstens Russland einige Tausend Tonnen jährlich abnimmt.

Aber was bürden wir mit den Windrädern der nächsten Generation, unseren Kindern, auf? Was wird insbesondere mit den nicht recycelbaren Rotorblättern geschehen? Werden sie zu Halden aufgetürmt, mit Erde bedeckt und nach Schneefall als Skiabfahrtspiste genutzt? Hoffen wir auf eine neue Technologie? Oder wird es andere Länder geben, die uns diesen Abfall abnehmen? Je mehr Windräder, desto mehr derartige Hinterlassenschaften für unsere Nachfahren.

Wollen wir, dass unsere Enkel dann vor solchen Müllhaufen stehen wie wir jetzt vor dem Atomabfall? Es ist unverantwortlich, diese Frage außer Acht zu lassen. Bei einer sachlichen Auseinandersetzung zur Nutzung der Windkraft gehört diese Position dazu.

Der Naturwissenschaftler und Ökodenker James Lovelock schrieb: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die sich drehenden Windmühlen nicht wie Statuen auf den Osterinseln werden – Denkmäler einer gescheiterten Zivilisation.“

Gotthard Lukas, Finsterwalde