Infrastruktur und Gehalt wichtig
Ein super Kommentar, inhaltlich voll zutreffend, der Wahrheit entsprechend. Danke Frau Keilholz für diese klaren Worte.(„Pendler sind die Rückkehrer“, LR vom 21. August)
Alles nur auf Rückkehrer zu setzen, ist zu einfach. Besonders wichtig ist eine Beschäftigung, von der man auch leben kann, ebenso wie niedrige Steuern und Abgaben. Weißwasser geht mit negativem Beispiel voran. Der Landkreis Görlitz zählt zum Schlusslicht bei den Einkommen in Deutschland und das schon seit Jahren. Dazu kommt Corona verbunden mit Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit und Arbeitsplatzverlust. Seit der Wende haben 22 000 Einwohner Weißwasser verlassen. Trotzdem hat der Stadtrat im Juni mehrheitlich beschlossen, die Grundsteuer B (für Grundstücke) kräftig zu erhöhen von 420 auf 488 v.H. (Zum Vergleich: in Cottbus liegt sie bei 500 v.H. in Bautzen bei 420 und Hoyerswerda bei 465 v.H., d. Red.). Die Kaufkraft wird weiter reduziert, viele Geschäfte stehen leer. Zur Erinnerung: Zehn Jahre nach der Wende sollten wir ,,Westlohn“ haben, na ja…
Auch die Infrastruktur lässt zu wünschen übrig. Fährt man mit dem Zug von Weißwasser nach Cottbus, bezahlt man wesentlich mehr als von Weißwasser nach Görlitz (fast gleiche Entfernung). Weil man nach Brandenburg fährt, kommt man in ein anderes Tarifgebiet. Es wäre ratsam, ein großes Tarifgebiet mit einheitlichen Entgelten zu gründen. Dieses sollte von Zittau bis Berlin und mindestens bis Dresden gehen.
Anfang der 90er-Jahre wurde eine Wegzugsprämie gezahlt, nun sind sie nicht mehr da, die Menschen, die überall gebraucht werden. Wie wäre es jetzt mit einer Zuzugsprämie? Während in den Großstädten wie Berlin der Wohnraum knapp ist und die Mieten explodieren, stehen in der Lausitz viele Wohnungen leer, die sofort bezogen werden könnten, sogar der Rückbau hat immer noch kein Ende.
Olaf Schober,  Weißwasser