Unwürdiger Eigennutz
Wie kann ein Oberbürgermeister in dieser angespannten Impfsituation derart die festgelegte Impf­reihenfolge missachten, sich selbst bedienen oder bedient werden? Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle besonders Schutzbedürftigen, die jetzt auf das Impfserum warten müssen, ja sogar Impftermine abgesagt bekommen haben. Selbst wenn ein Impfstoff im Pflegeheim übrig war, hätte es nur geringer Organisation bedurft, das Serum an wirklich Bedürftige weiterzugeben.
Hier wird aber nicht nur Eigennutz deutlich, der Schaden ist viel größer. Es ist ein unwürdiger Beitrag für die notwendige Akzeptanz von Volksvertretern in Verantwortung und trägt sicher zur weiteren Politikverdrossenheit der Bürger bei. Herr Kelch hat somit auch hier Schaden angerichtet. Die Cottbuser werden sich auf jeden Fall bei einer zukünftigen Wahl an diesen Vorgang erinnern. 
Jürgen Urbszat, Cottbus
Offenbar das richtige Näschen
Der Cottbuser OB Holger Kelch und sein Ordnungsdezernent Thomas Bergner sind geimpft worden, weil sie ein Näschen hatten und zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Dieses Glück hatte die 80-jährige Cottbuser Bürgerin nicht, obwohl sie sehr oft im Impfzentrum nachfragte. Das erinnert mich an das Märchen „Hase und Igel“. Der Hase hatte nie eine echte Chance, da er vom Igel überlistet wurde. Und diese Igel mit dickem, gepanzertem Fell werden immer mehr.
Christian Fuchs, Senftenberg
Ungeheurer Vorgang
. . . ein ungeheurer Vorgang. Passend zur Jahreszeit fällt mir dazu eine Textstelle aus dem Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ des großen Dichters Heinrich Heine ein. Zitat: „Sie sang das alte Entsagungslied, Das Eiapopeia vom Himmel, womit man einlullt, wenn es greint, Das Volk, den großen Lümmel. Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, Ich kenn auch die Herren Verfasser; Ich weiß, sie tranken heimlich Wein Und predigten öffentlich Wasser.“
Meine Herren, Sie haben Ihre Autorität und unser Vertrauen verspielt. Bitte treten Sie zurück.
Eberhard Kliem, Cottbus
Rücktritt wäre anständig
( . . . ) Für mich ist Ihre Handlung unmoralisch und verantwortungslos. Wenn Sie noch ein bisschen politisch-moralisches Gewissen und Anstand haben, treten Sie von Ihren Ämtern zurück.
Klaus Rohde, Annahütte