Wieder einmal werden Situationen beschrieben, die allgemein bekannt sind. Kein Gedanke in Richtung „Ursachenforschung“ und vielleicht auch mal ein Rückblick, wie das in der DDR funktioniert hat. Ich hatte in der DDR meine Lehrerausbildung: Vier Jahre Studium an der Hochschule mit Schwerpunkt in den Unterrichtsfächern, die man gewählt hat. Methodik, Didaktik, Psychologie und Praktika kamen hinzu. Nach den vier Jahren ging es mit vollem Einsatz (ohne zwei Jahre Schonzeit als Referendar) an die Schule.

Waren die Lehrer früher schlechter?

Am jeweiligen Einsatzort konnte man sich an seinen Mentor mit auftretenden Fragen oder Problemen wenden - oder eigentlich auch an jeden Kollegen im Kollegium. Auf diese Weise habe ich mir das eigentlich Wichtigste für meinen Beruf angeeignet. Nämlich das Gespür dafür, wie ich in bestimmten Situationen in der Klasse wie reagiere. Was nämlich in einer „Truppe“ prima funktioniert, kann in einer anderen total in die Hose gehen und umgekehrt. Das konnte eben keine Theorie auf der Uni vermitteln! Die Ausbildungsdauer war im Vergleich zu heute wesentlich kürzer, aber waren wir deshalb schlechtere Lehrer?

Also warum kein Rückblick? Ich war über 40 Jahre Lehrerin - und das sogar gerne! Gewiss können die Schüler heute nicht mehr so sein wie vor einigen Jahrzehnten und manche sind bestimmt auch „spezieller“; aber Wissen, Konsequenz, ruhig auch mal höhere Anforderungen und Zuwendung haben bei der Erziehung noch nie geschadet - damals wie heute!

Roselies Komp, Cottbus

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