Aus von Amts wegen
Ich möchte mich zu Ihren Artikeln, beide vom 30. Juli, „Der Biber am Schwanenteich“ und „Heiße Städte, ...“, äußern.
Es wird stolz berichtet, dass das schon im Frühjahr Gemunkelte nun endlich Wahrheit geworden ist: Der Biber ist im Spremberger Schwanenteich angekommen! Darüber ist auch der stellvertretende Bürgermeister froh. (Hurra!) Und er hat auch gleich zugeschlagen, sodass der Betriebshof eine Trauerweide fällen musste. Eine weitere, angefressene bleibt erst mal stehen. Oh, welch Wunder der Natur, sie kippt dann in den Teich! (...)
Also, ihr übrigen vier (Trauerweiden) von ehemals 20, euer Schicksal ist von Amts wegen schon beschieden. Die dritte angefressene Weide ist mit Draht umwickelt worden, trotzdem  krank, und vorsorglich auch eine Erle. Der Stellvertreter hat wohl noch nichts von der Richtlinie zur Förderung von Präventivmaßnahmen zum Schutz vor Schäden der geschützten Tierarten wie Biber gehört? (Demnach gibt es Zuschüsse für Maßnahmen zur Vermeidung von Schäden an der Infrastruktur sowie an erhaltenswerten Gehölzen, d. Red.) Jedes Bergen und Entsorgen abgestorbener und vertrockneter Bäume kostet Geld – aber nicht seins, sondern das des Steuerzahlers! Überall ist das Geld knapp. Da werden wegen Corona Maßnahmen gegen die Verockerung der Spree vor Spremberg verschoben. Das Geld kommt wohl aus einem anderen Fördertopf! Und der Sachgebietsleiter bei der Unteren Naturschutz-, Jagd- und Fischereibehörde Spree-Neiße gibt kluge Hinweise mit Verweis, was die Polen sagen (Anstrich mit Latex-Quarzsand-Gemisch, d. Red.). Ich habe 2017 den Bober aufwärts bis Hirschberg/Jelena Gora und die Glazer Neiße sowie die Oder abwärts ab Brieg/Brzeg beradelt; den ersten „Biber-Baum“ habe ich erst hinter Crossen/Krosno entdeckt!
Bei seinem Chef nachzufragen, ob es eine brandenburgweite Regelung gibt, kommt ihm nicht in den Sinn! Anscheinend haben auch beide noch nichts davon gehört, dass ein ausgewachsener (Park-)Baum bis zu fünf Tonnen CO2 im Jahr speichert, und durch Verdunstung die Luft bis zu 3,5°C abkühlen kann. Ein Hektar Parkfläche mit Bäumen filtert pro Jahr bis zu 240 Kilogramm Staub aus der Luft; das heißt, in Parks ist es bis zu 85 Prozent staubärmer als in der Stadt.
Am gleichen Tage erschien in der Rundschau ein Artikel über das von Spremberg anscheinend weit entfernte Sachsen; mehrheitlich ist da sogar von Nordsachsen die Rede. Hier beklagt der grüne Umweltminister Wolfram Günther den Wassermangel. Wörtlich heißt es hier: ...in den Städten geht es um Beschattung und Wasserspeicherung. Und weiter heißt es in dem Beitrag: Stadtgrün ist überlebensnotwendig! Und als Erklärung: Bäume bringen Abkühlung durch Schatten und Verdunstung! Davon scheinen unsere beiden Oberamtsräte in Spremberg und Forst noch nie etwas gehört zu haben! Sie sitzen in ihren klimatisierten Amtsstuben und sorgen sich um ihr Heiligtum, die streng geschützten Tierarten wie Biber, Wolf und Kormoran; da interessieren kein Klima und keine Kosten. Und einen Chef, der mal beides koordiniert, gibt es anscheinend auch nicht!
Gert Richter, Guben