Woher nehmen Sie ihre unerschütterliche Gewissheit, dass die Spendenbereitschaft zu niedrig ist? Weder das Gesundheitsministerium noch die Deutsche Stiftung Organtransplantation führen ein Spenderregister.

Dieses Thema ist grundsätzlich in drei Themenbereiche aufzuteilen: die Spendenbereitschaft durch die Bürger; die Arbeit der Krankenhäuser und Kliniken, um mögliche Organspender festzustellen und die Verwendung der Organe durch eine Organentnahme abzuklären; die Transplantation an bedürftige Menschen.

Wenn in den Medien immer von zu wenigen Organspenden berichtet wird, sind als signifikante Zahl meines Erachtens immer die erfolgten Transplantationen gemeint. Wa­rum diese Zahl so niedrig ist, sollten Sie zuerst die Krankenhäuser und Kliniken fragen. Mit der Neuregelung im Gesetz will der Herr Spahn nun die beiden Themenbereiche Organentnahme und Transplantation mit mehr Geld stärken. Er hat also erkannt, dass dort nicht effizient gearbeitet wird. Wenn es aber nur am Geld liegt, ob genügend Organe entnommen und dann auch transplantiert werden können, frage ich mich, wie es mit dem ethischen Verhalten unserer Ärzte und Verantwortlichen in den Kliniken bestellt ist.

Also ich halte dieses Geschachere der Verantwortlichen für verwerflich. Wir haben bis heute kein Organspenderregister. Wie wollen wir dann bei einer Widerspruchslösung Missbrauch und kommerzielle Gründe ausschließen und vermeiden? Ich denke, diese Aspekte sollten Sie zum Anlass nehmen und mal die Schuldzuweisungen an Manager von Krankenhäusern und unsere Politiker richten. Erst wenn alle Hindernisse bei der Organisation beseitigt sind, ist eine weitergehende Diskussion erforderlich. In Spanien, das übrigens in Europa führend in der Organspende ist, liegt die Verantwortung in staatlicher Hand und nicht in den Händen einer vom Staat unkontrollierten Stiftung. Übrigens war das Interesse unserer Ministerriege so „groߓ, dass ich nur einen auf der Regierungsbank gesehen habe.