Die alarmierenden Berichte in der LR sollten gelassener bewertet werden. Vielmehr sollten sie auffordern, endlich überständige Erneuerungsarbeiten und Pflegeeingriffe zu beschleunigen. Die letzten großen Baumfällungen erfolgten 1972 und 1984.

Erneuerung im Baumbestand wichtig

Diese hatten den Zweck, die Qualität der Waldränder zu erhöhen und damit die Lebensdauer der besten Bäume zu erhöhen und dann vor allem die Naturverjüngung zu ermöglichen durch Wegnahme sehr großer Buchen und vor allem verkrüppelt gewachsener Bäume, die nur wieder viele verkrüppelte Nachkommen hervorbringen.

Mehr als 20 Jahre hat es gedauert, ehe sich diese kostenlose Naturverjüngung einstellte. Die von schlecht gewachsenen Bäumen befreiten Waldränder sehen heute prächtig aus und trotzen der Trockenheit gut.

Sehr schlimm ist das Aussehen vieler Altbäume entlang des Cottbuser Weges, vom Torhaus zum Blumensee, die allerdings auch die die Ältesten sind.

Cottbus/Bad Muskau

Hier muss endlich an der Wiederherstellung des einst bedeutsamsten Parkeingangs gearbeitet werden, in dem einst schmale Sichten nach rechts wieder geöffnet werden, die in schneller Folge und in zunehmender Breite eine ausgezeichnete Regie verraten.

Diese Aufwertung muss sofort erfolgen, denn die folgenden alten Bäume von der Fasanentränke zum Blumensee sehen zum Teil grauenvoll aus, wo Astamputationen erfolgten. In diesem Abschnitt bricht kurz über lang das Parkbild zusammen.

Amputierte Bäume sehen lange Zeit wie Krüppel aus und die waren Pückler verhasst. Einstutzen von Baumkronen muss die Ausnahmesein und höchstens bei Linden erfolgen.

Verjüngung des Baumbestandes notwendig

Die Verjüngung des Baumbestandes ist die Hauptarbeit in den nächsten 20 Jahren. Von gleicher Dringlichkeit ist das Nachpflanzen ausgefallener raumbestimmender Bäume, aber nur jener, die die heutige Bildwirkung nicht beeinträchtigen, wie die zu früh gepflanzte ehemalige „Pokallinde“ in der Mittelsicht der Schlosswiese.

Die Parkuhren laufen langsamer als die des Menschen. Es gibt in Park-Szenerien, die sich in den letzten 5o Jahren kaum verändert haben,und schon gar nicht verschlechtert. Doch die kann man nur mit offenen Augen finden. Es ist eine Lust, die Uferlinien des Schlangen- und des Schilfsees abzutasten.

Helmut Rippel, Cottbus