Jetzt ist auch im März 2020 der Beginn der Erweiterung des Blechen-Carrés bewusst verstrichen. Viele Jahre geht das schon so. Eine Baugenehmigung dort und Baugenehmigung da, im Frühling eine Vorbereitung, im Sommer ist es zu heiß, im Herbst liegt zu viel Laub und der ständige Nebel, im Winter ist es zu kalt, und dann der Frost.

Leider habe ich auf dieser Baustelle noch keinen Mitarbeiter mit einer Schippe gesehen. Da bekommt man mittlerweile den Eindruck, dass der „Investor“ überhaupt nicht in der Lage ist, einen Stein auf den anderen zu setzen.
Brauchen kein neues Zentrum
Viele Cottbuser äußern sich zu Recht, dass die Innenstadt kein weiteres Einkaufszentrum mehr braucht. Besucher der Stadt kaufen, meiner Meinung nach, in den Stadtteilen ein und fahren nicht bis ins Zentrum.
Bei privaten Grundstückseigentümern, der sein Eigentum so verlottern lässt, er seinen Müllcontainer auf dem Weg vor seinem Grundstück etwas schief stehen lässt oder ein Ast laut Gesetz zu lange liegt, bekommt das Gesetz und das Ordnungsamt samt Strafe zu spüren. Die Brache in der Stadtpromenade wird langsam, aber sicher zu einem Baustellen-Denkmal, und den Einwohner treibt es zur Weißglut. Viele Cottbuser bezweifeln, dass das alte Stadtzentrum baufällig war, natürlich, wenn man es so vergammeln lässt, dann ja.
Da stellt sich mir die Frage: Wie viele Bürgerinitiativen, Bürgervereine, Talkshows soll es wohl noch geben? In der Stadtpolitik regt sich wieder einmal Widerstand, und es gab eine Stadtverordnetenversammlung mit einer Bestandsaufnahme, und das Thema wurde wieder abgelegt.
Stadtpromenade soll zum Verweilen einladen
Die Ansicht einer Stadtpromenade sollte parkähnlich sein, einige Pavillons besitzen und die Menschen zum Verweilen einladen. Die Stadtpolitiker sollten sich nicht nur Gedanken machen, sondern auch im Sinne der Bürger handeln und nicht nur nach der Pfeife des Investors tanzen. Sollte es noch einen Investor geben, sitzt dieser wohl in seinem Sessel und lehnt sich zurück, da er sich in Gesetzen und den Gepflogenheiten bestens auskennt.
Dieser Schandfleck, mitten in meiner geliebten Stadt Cottbus, ist schrecklich anzuschauen und geht so nicht.
Dieter Greiser, Cottbus