Sicherlich gilt es zu überlegen, ob der Gebrauch eines englischen Begriffs in jedem Fall notwendig ist oder ob es nicht ein treffendes deutsches Wort gibt.
Ich glaube aber nicht, dass die deutsche Sprache durch die Übernahme englischer Wörter auf der Strecke bleibt. Lange Zeit galt es als fein, französisch zu reden, und es hat der deutschen Sprache nicht geschadet. Im Zuge der Globalisierung kann ohnehin keine Sprache „rein“ bleiben und das Deutsche war es auch vor dem Hereinschwappen englischer Wörter nicht. Sprache ist nun einmal kein starres Gebilde, sie lebt.

Viele Worte kommen aus anderen Sprachen

Wenn man sämtliche Begriffe, die aus anderen Sprachen zu uns gekommen sind, tilgen wollte, müssten schätzungsweise zwei Drittel aller Wörter, die im Duden erfasst sind, gestrichen werden. Eine verbale Verständigung würde dann jedoch schwierig.
Auf den Balkon, das Karussell und den Ingenieur (um nur drei Beispiele aus dem Französischen zu nennen) müssten wir verzichten. Ebenso auf Porzellan, Galerien und Konzerte (aus dem Italienischen). Auch auf Gymnasien, Gastronomen und Apotheken, ja, sogar auf die Demokratie (aus dem Griechischen). Ganz zu schweigen von den unzähligen Wörtern aus dem Lateinischen.

Erinnerung an „Jahresend­-Flügelfiguren“

Das Karussell könnte sich zum „Drehgestell mit kleinen Fahrzeugen, Holzpferden oder anderen Tieren“ aufplustern, die Apotheke zur „Arzneimittelverkaufsstelle“. Das erinnert jedoch sehr an die „Jahresend­-Flügelfiguren“, wie die Weihnachtsengel zeitweise in der DDR bezeichnet wurden. Allerdings waren für diese Entgleisung keine puristischen, sondern ideologische Gründe die Ursache.
Selbst das oft verpönte „Denglisch“ (halb deutsch, halb englisch) gibt es schon seit Langem. Wenige Beispiele seien hier genannt: Babyspeck, Exportschlager, Campingplatz, Regencape, Starterlaubnis, Partyluder, Teddybär …

Luckau

Natürlich gibt es auch Vermischungen mit Wörtern anderer Herkunft: Bonbonschachtel (frz.-dt.), Wetterballon (dt.-frz.), Alarmknopf, Ballettröckchen (ital.-dt.), Museumsbesuch, Ozeanriese, Stadionsprecher (griech.-dt.). Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen.
Übrigens werden folgende Wörter englischer Herkunft fast schon als deutsche Wörter empfunden: Adapter, (...) Bodylotion, (...) Camping (...) Cocktail, Comeback, Container, (...) Deodorant, Discjockey, Disco, Discounter, (...) Fitness, Flop, (...) Hotline, Import, Insider, Interview, Jackpot, (...) Lift, Limit, live, Lotion, (...) Meeting, Mobbing, Monster, Overall, (...) Pullover, Pumps, Quiz, (...) Skateboard, Smartphone, (...) Swimmingpool, Teddy, Test, Toast, Toffee, Trainer, Transfer, Transistor, Trick … (und viele weitere!)
Bernd Lunghard, Senftenberg