Wer die flotte Rede unseres Regiermeisters Woidke hörte, der fragt sich, warum seine Regierung 14 Prozentpunkte an Zustimmung verlor, warum Rot-rot nach zehn Jahren vom Wähler gnadenlos abgewählt wurde und nur noch Kenia das „Weiter so“-Regieren sichern konnte.

Immer noch im Funkloch

Immer die gleichen Sprüche von der rosigen Zukunft; doch die Bürger leben heute und hier, stecken im Funkloch oder haben an 53 Orten des Landes gar keinen Handyempfang oder leben in einer der vielen abgehängten Regionen auf dem Niveau der 50iger-Jahre: einmal pro Woche kommt ein Bäcker- oder Fleischerauto in die Abgeschiedenheit. Arzt, Post, Sparkasse, Einkaufsladen, Dorfgaststätte, Kinderbetreuung, Busanbindung: Fehlanzeige.

Nur darüber redet unser Ministerpräsident ´nicht im Landtag. Die Zusammensetzung des neuen Landtages mit seinen 88 Mandatsträgern sagt eigentlich alles zur enormen Unzufriedenheit der Bürger aus: sieben LINKE weniger dafür aber 23 Rechte.

Die traurige Realität nach 30 Jahren SPD-Regierung sieht so aus, dass Brandenburg im Glücksatlas 2019 der Republik mittlerweile auf dem letzten Platz steht und wir in der Bildung – dank Britta Ernst – auf den vorletzten Platz abgerutscht sind. Nur die Berliner sind noch dümmer.

Peinlich: sieben Jahre für ein zweites Gleis

Jeder dritte Brandenburger hat einen Job im Niedriglohnsektor und jeder zweite Berufseinsteiger hat nur eine befristete Anstellung. Selbstverständlich sind die fleißigen und ehrgeizigen Brandenburger als Pendler längst da bei der Arbeit, wo man richtige Löhne zahlt.

Eine Regierung, die über sieben Jahre für das zweite Gleis von Lübbenau nach Cottbus – 29 Kilometer – braucht, dass es ja früher schon einmal gab, wird zum Gespött der Bürger, denn die wissen ja, dass die fleißigen Chinesen für ihren modernsten Flughafen der Welt nur vier Jahre Bauzeit benötigten.

Brandenburg schafft dagegen pro Tag einen Meter im Gleisbau. Das, oder die Bauschande BER sagt eigentlich alles über unser peinlich beschämendes Leistungsniveau. Zugleich wird jede gute Bauaktivität vom deutschen Bürokratiemonster erfolgreich zum Stillstand gebracht.

SPD ist lösungsfern

Aber die klugen Sprüche im Landtag gibt es ja wenigstens noch. Fehlende Wohnungen in Potsdam oder im Speckgürtel während in Woidkes Heimatstadt Forst jede dritte Wohnung leer steht. Auch die Großstadt Cottbus sucht händeringend Mieter für ihre knapp 1000 leeren Wohnungen.

Der gesamtdeutsche Niedergang der einst stolzen Arbeiterpartei SPD ist längst auch in Brandenburg angekommen, denn diese visionslose und lösungsferne Politik macht mehr Angst als Mut.

Man sehnt sich als Bürger nach Persönlichkeiten wie Stolpe, Hildebrandt oder Platzeck, die unser Land einst souverän und erfolgreich allein regierten. (...)

Niels Ullmann, Lübbenau