Ich habe fast 50 Jahre Spargel angebaut. Die Bearbeitung hat mir Spaß und Freude gemacht. Heute sagt man, es fehlen Erntehelfer. Leider kommen zurzeit wenige ausländische Gehilfen durch die Krankheit Corona.

Hier müssen meiner Meinung nach die Jobcenter aktiv werden. Wir haben doch genug arbeitsfähige Arbeitslose, die dafür vermittelt werden könnten. Oder die älteren Schüler, die zurzeit nicht die Schule besuchen dürfen, wären doch eine Möglichkeit. Mag sein, dass die Vergütung vielleicht nicht die allerbeste ist, aber es ist doch eine Verlockung, an der frischen Luft zu arbeiten und dabei noch etwas dazuzuverdienen.

Der schöne Spargel darf nicht auf den Feldern vergammeln.

Manfred Schade, Altdöbern

Durch restriktive Festlegungen der Bundesregierung, aber auch Polens zur Eindämmung des Corona-Virus fehlen in der Landwirtschaft Tausende Arbeitskräfte, Erntehelfer.

Damit nicht die Ernte und somit die Versorgung der Bevölkerung in Gefahr gerät und es zu einer Lebensmittel-Verknappung und Teuerungswelle kommt und auch der Tierschutz gewährleistet wird (eine nicht gemolkene Kuh hat jämmerliche Schmerzen) sind Ersatzlösungen erforderlich.

Wie wäre es, Arbeitsuchenden diese Jobs anzubieten? Und Asylsuchende dürfen nicht vor Ablauf ihres Prüfverfahrens arbeiten: Kann man für diese Menschen nicht die Bestimmungen lockern und sie etwas verdienen lassen? Und wie ist es mit den abgelehnten, aber geduldeten Asylbewerbern?

Oft sind bei Arbeitsvermittlungen die Sprachbarrieren hinderlich. Spargel stechen ist aber eine Anlerntätigkeit, bei der nicht zu viele Rückfragen zu erwarten sind.

Und die vierte und fünfte Möglichkeit kennt jeder ehemalige DDR-Bürger: Im Ausnahmezustand wie bei harten Wintern war die Armee im Einsatz, um die Wirtschaft und das Leben am Laufen zu halten! Aber sie war auch auf den Feldern, genauso wie Schüler und Studenten!

Gert Richter, Guben