Tja, das Gezerre der Linkspartei um einen kleinen Ortsverband und dessen Fraktionschef in der Stadtverordnetenversammlung Forst ist eine abgedrehte Posse, die nun (leider) die abgehobenen lebensfernen Aktivitäten der Linken-Parteioberen auf die Bühne der Kommunalpolitik transportiert. Somit wird nun auch noch diese so wichtige Handlungsebene der sich ehrenamtlich politisch einsetzenden Menschen in der Kommune behindert.

Besser kann man Politikverdrossenheit im realen Leben nicht mehr verstärken. Da geht es um Abgrenzung zur AfD und den Ausschluss jeglicher Zusammenarbeit (wie oft wird wohl deutschlandweit zu einer Tagesordnung und anderen Inhalten in den unzähligen Parlamenten gleichlautend mit den AfD-Fraktionen abgestimmt?).
Dabei hat die Linkspartei nach meiner Auffassung eine Unmenge weiterer Problemfelder, wo eine Abgrenzung so richtig wichtig wäre. Warum grenzt man sich nicht auch ab von den Aktivitäten der Antifa, der Szene in der Rigaer Straße in Berlin und Leipzig Connewitz, den Krawallen der Linksautonomen bei jedem willkommenen Anlass weltweit (G20 in Hamburg), den regelmäßig auch rechtswidrigen Aktionen von Bündnissen wie „Ende Gelände“ in der Lausitz, im Mitteldeutschen  Revier und im Rheinland?
Nein, das wird von höchster Linkspartei-Ebene aktiv begleitet.  Parlamentarische Beobachter unterstützen bei Protesten der „Aktivisten“  (so werden sie völlig unzutreffend inzwischen bezeichnet) vor Ort beim Begehen von Straftaten. Toll!

Weiter: Der Fraktionschef der Linkspartei in Brandenburg ruft noch am Tage der Konstituierung des aktuellen Landtages zum „zivilen Ungehorsam“ auf (aua, da hat der Machtverlust so richtig weh getan). Diese so dümmliche Parole wird regelmäßig von grün-links-linksautonom geprägten Gruppierungen wie „Ende Gelände“ genannt, als Aufforderung zu Straftaten instrumentalisiert und dann auch noch als Legitimation für die begangenen Straftaten benutzt. (...)

Aber nein, da hat man andere Probleme ausgemacht. Da erwartet die Linkspartei-Elite die Abgrenzung zu gestandenen Handwerkern, Medizinern, die hier politisch aktiv sind und sich ganz einfach um Erarbeitung kommunalpolitischer Sachfragen mühen. Wer soll es denn sonst tun, als die vom Wähler gewählten Vertreter der dazu angetretenen Parteien und anderer Zusammenschlüsse?

(...) Es wird aus Potsdam und Cottbus nur Grundsatz-Blabla nach außen vermittelt und dabei überhaupt nicht mehr auf Sachfragen eingegangen. Hauptsache, man bleibt bei den Dogmen, die man sich auferlegt. Da ist es völlig egal, ob in den Kommunen was bewegt wird oder eben nicht. Abgehobene Linientreue ist da wichtiger und vor allem, wie man sich in den Medien darstellen kann.

Wenn man nun den Statements  folgt, wäre die Entscheidung der Links-Fraktion in Forst in Ordnung, sofern man die Pressekonferenz zum gemeinsamen Projekt mit Gemeinsam für Forst und AfD zum Jugendzentrum dann nicht in einem anderen Raum als dem Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung für die Öffentlichkeit abhält. Also, im Sitzungssaal kann man als Linke ebenso abstimmen wie AfD, sogar miteinander reden, aber außerhalb darf man sich nicht mehr dazu bekennen.
Typische Doppelzüngigkeit der Linkspartei. So ist es ja auch mit dem Verfassungsschutz, den sie  abschaffen will und nun plötzlich, im Zusammenhang mit der Brandenburger Entscheidung zur Beobachtung der AfD, wieder mal ganz toll findet. Was soll der Bürger (von der Politik medienwirksam je nach Zweck nur noch als „Verbraucher“, „Wähler“ und vor allem als „CO2-Schleuder“ reduziertes Subjekt bezeichnet)  von all dem halten? Einfach nur noch traurig.
Falls man als Leser hier eine Fürsprache in Richtung AfD vergeblich sucht, so sei gesagt, dass es kein Versäumnis in der Argumentation ist, sondern die Weglassung ist meine volle Absicht, da die Fürsprache dafür nun gar nicht mein Ding wäre.

Klaus Krüger, Forst