„Essen ist den Deutschen nicht besonders viel wert“: Diese Feststellung von Verhaltensökonom Winfried Neun ist voll und ganz auf die Manager und Verantwortlichen der Lebensmittelindustrie, des Handels und teilweise auch der Produzenten zutreffend. Nicht der Verbraucher ist schuldig!

Lebensmittelskandale, Bio-Eier aus Legebatterien, unvollständige Angaben von Inhaltsstoffen und der bewusste Betrug zur Maximierung des Gewinns sind an der Tagesordnung. Letztes großes Beispiel: Wilke-Wurst. Es bringt dem Produzenten von Milch nicht einen Cent mehr, wenn der Preis angehoben würde, nur der Profit von Abfüller und Verkäufer steigt.

Die Lebensmitteldiscounter übertreffen sich täglich in ihren Werbekampanien mit Tiefstpreisen. Das Vertrauen der Käufer ist nicht vorhanden, dass teurere Produkte auch eine bessere Qualität haben.

Und in einer Sache irrt Herr Neun, auch in einem halben, ja nicht mal in einem Jahr werden die Manager und Verantwortlichen ihr Verhalten ändern. Und der Politik muss man sagen: Freiwillige Veränderungen wird es sicher nicht geben.

Reinhard Schulze, Bad Muskau

Was der Verbraucher kauft, ist egal

Sie schreiben, dass der Verbraucher es in der Hand hätte, was der Bauer verdient und wie er arbeitet. Dem möchte ich widersprechen.

Produzenten kaufen die Grundstoffe beim Bauern ein und produzieren dann Endprodukte. Der Preis der Endprodukte sagt oft nichts über die Qualität. So gibt es Markenprodukte und Handelsmarken, die sich teilweise nur bei Verpackung und Preis unterscheiden.

Egal wozu dann der Verbraucher greift, für den Bauern ändert sich nichts. Es muss Rahmenbedingungen geben, die für alle Marktteilnehmer gelten, deutsche Sonderwege werden auch hier nicht helfen.

Neulich gab es Nachrichten über einen Test von Speiseölen. Die teuren Produkte waren nicht immer die besten, teilweise waren diese stärker mit Schadstoffen belastet. Ähnlich wird es auch bei anderen Produkten sein.

Thomas Dressler, Guben

Politik greift in Tasche wehrloser Menschen

Frau Klöckner will den Bauern mehr Geld geben (...). Tolle Idee, aber wen trifft es wieder? Die Geringverdiener, Rentner, Hartz-IV-Empfänger. Bauernverbände machen Verträge mit Discountern, mit Handelsketten – da haben wir als Verbraucher kein Mitspracherecht, sollen aber für das miserable Verhandlungsgeschick der Bauern zahlen.

Ich verstehe generell nicht, warum in Niedersachsen überhaupt bayerische Milch verkauft werden muss, die per Lkw oder Flugzeug hergekarrt wird und umgekehrt. Wer bitte benötigt Produkte, deren Herkunft verschleiert werden darf, wie die Aufdrucke „Produziert für Lidl, Penny, Netto etc.“ zeigen. Und was ist mit der Herkunft?

Und nun kommen zwei Ministerpräsidenten und Politiker und sagen, die Lebensmittelpreise seien verwerflich. Und was ist dann mit den Löhnen und Renten der normalen Bürger? (...)

Wer natürlich knapp 10 000 Euro im Monat als Diäten einstreicht, für den ist vieles bezahlbar, für Rentner mit etwa 1200 Euro brutto monatlich ist das teuer. Und dann sind da ja noch steigende Energiekosten und immer astronomischere Mieten.

Vielleicht sollten hier alle mal wieder zur Realität der normalen Bürger zurückkommen, die ja als Steuerzahler auch das Ein- und Auskommen der Politiker finanzieren.

(...) Das Einkommen der Bürger steigt nie in dem Maße, indem die Preise in neue Höhen davongaloppieren. (...) Und die Politik greift immer tiefer in die Taschen wehrloser Menschen.

Dieses Leben in Deutschland kann sich kaum noch ein normaler Mensch, Rentner oder Geringverdiener – danke SPD und GRÜNE – leisten, aber es soll immer teurer werden, weil eine Lobby, eine sehr, sehr reiche Lobby die Preise diktiert.

Und es werden oft genug in diversen TV-Sendungen die Betrugsmaschen der Lebensmittelindustrie angeprangert. Was macht eine Frau Klöckner dagegen?

Marina Struzyna, Klettwitz