Das Umweltbundesamt hat am 9. September im Deutschlandfunk und einen Tag später in der LR Ergebnisse einer „Studie“ zu den Auswirkungen von Infraschall auf körperliche Reaktionen von 44 (!) Probanden veröffentlicht. Diese wurden viermal für je 30 Minuten mit Frequenzen unterhalb der Hörbarkeitsschwelle von 20 Hz beschallt, und es wurden keine „statistisch signifikanten Veränderungen“ verschiedener Körperfunktionen festgestellt. Auf Seite 6 der 222-seitigen Studie steht jedoch einschränkend: „Es ist noch ungeklärt, ob körperliche Infraschallauswirkungen erst nach einer länger andauernden Exposition nachgewiesen werden können. Hierzu sind weiterführende – insbesondere epidemiologische – Untersuchungen erforderlich.“
Darauf hatte auch der Deutschlandfunk mit: „langfristig keine Rückschlüsse…“ hingewiesen. Im LR-Beitrag (Infraschall macht nichts“) fehlt dieser wichtige Hinweis jedoch. Ees wird in der Unterzeile sogar behauptet: „Es gibt laut Umweltbundesamt keine körperlichen Störungen.“
Den Unterschied zwischen Kurz- und Langzeitwirkung kann ich selbst bestätigen. Vor rund 40 Jahren hatte ich an einer großtechnischen Versuchsanlage Asbest­isolierungen an heiß gehenden Rohrleitungen angebracht und auch häufig Asbest- Zement-Platten mechanisch bearbeitet, wohlweislich mit gewisser Vorsicht. Trotzdem habe ich bis heute keine diesbezüglichen gesundheitlichen Probleme, könnte mich somit zu den o.g. 44 Probanden zählen. Demgegenüber gab es nach 1945 in den USA sehr viele an Asbestose verstorbene Opfer, die während des Zweiten Weltkrieges beruflich und somit lange Asbestisolierungen in Kriegsschiffen anbrachten.
Ähnlich ist es auch mit der Einwirkung von Schall und Infraschall auf Lebewesen. In Dänemark gab es schreckliche kannibalische Vorfälle in einer Nerzfarm in der Nähe von schallemittierenden Windkraftanlagen (WKA), die nach deren Abschaltung verebbten. Dort wurde später der weitere Onshore-WKA-Ausbau eingestellt. Deren periodisch entstehende Luftdruckstöße, wenn die Windradflügel am Mast vorbeistreichen, führen bei Fledermäusen zum Zerplatzen der Lungen und breiten sich als Infraschall über viele Kilometer in der Luft und auch als Körperschall in der Erde aus. Sie durchdringen fast ungehindert Wände und Fenster und führen hier noch durch Resonanzeffekte verstärkt zu unangenehmen Wahrnehmungen durch die Bewohner, insbesondere, da die Eigenfrequenz unserer inneren Organe ebenfalls wenige Hz beträgt.
Während die Physikalisch Technische Bundesanstalt Braunschweig ehemals mit bildgebenden Verfahren den Einfluss von Infraschall auf unser Gehirn nachwies, wurde später im renommierten „Deutschen Ärzteblatt“ vom 8. Februar 2019 im Beitrag „Der Schall, den man nicht hört“ dokumentiert, dass diese von WKA ausgehenden Schallwellen erhebliche negative Auswirkungen auf Menschen haben können. Aus anderen Veröffentlichungen ist zu entnehmen, dass nur 30 bis 40 Prozent der Menschen darauf reagieren. (...)
Es wehren sich mehr als 1000 Initiativen wegen der akustischen Belästigungen, der Industrialisierung ländlicher und teilweise naturgeschützter Gebiete sowie sittenwidrige Abholzung von Wäldern mit Einwendungen und Klagen gegen den ungebremsten Ausbau dieser unzuverlässigen Technologie des vorletzten Jahrhunderts. (...)
Dr.- Ing. Wolfgang Rasim, Forst