Kommunikation stimmt nicht
Lieber Herr Petrov, mit Ihrem Leserbrief sprechen Sie mir aus der Seele! („Da geh ich lieber nach Krieschow Fußball gucken“, LR vom 18. August)
Als Energiefan ist man ja „etwas“ Leid gewohnt, aber zur Zeit fragt man sich, wie viel davon ist hausgemacht? Das Aussortieren von Spielern wird immer ein Für und Wider gerade unter den Fans hervorrufen. Aber ob der Verein sich gerade mit der Personalie Dimitar Rangelov einen Gefallen getan hat, ist besonders fraglich.
So eine Führungsfigur, so eine Persönlichkeit, so einen verdienten und erfolgreichen Spieler, der sich mit dem Club und seinen Fans identifiziert, werden wir wohl leider nie wieder bekommen. Und er wollte ja keinen Zehn-Jahresvertrag haben, sondern es ging um ein einziges Jahr. Zumal wir ja offensiv nicht gerade überbesetzt sind.
Mitko war immer für die Fans da wie kein anderer Spieler, beim Spiel gegen den BVB, das Stadion fast schon leer, er war noch unten bei den Fans, gab Autogramme, machte Fotos, war nie genervt. Alexander Knappes supertolles Konzert, da gab es eine Autogrammstunde des Teams, wer blieb 1,5 Stunden länger als geplant? Ja, es war Dimitar...
Allein seine persönliche Verabschiedung vom aktuellen Team zum Trainingsstart spricht Bände! Wie kann man so einen Mann gehen lassen? Zusätzlich sprachlos macht mich die fehlende Kommunikation des Vereins mit seinen treuesten Fans, sprich Mitgliedern und Dauerkartenbesitzern.
Wir sind bereit, für den Club da zu sein und auch bereit, die eine oder andere Spende zu geben. Wie:
Kauf einer virtuellen Eintrittskarte im Januar, Kauf von „Antikörpern“, Spende der Dauerkarte für die letzten Spiele der vergangenen Saison) zu leisten in dieser schwierigen Zeit, aber offene Kommunikation ist da ganz wichtig! Es war immer die Rede von 800 bis 850 Fans, die ins Stadion dürfen, bei knapp 1600 verkauften Dauerkarten haben sich natürlich viele erhofft, wenigstens jedes zweite Heimspiel sehen zu können. Wie groß war die Enttäuschung, als dann die Nachricht kam, nur 345 Fans dürfen zum ersten Saisonspiel ins Stadion. Es ist vollkommen richtig, dass Sponsoren auch ihre Kontingente an Karten bekommen müssen, aber wie gesagt, das muss unbedingt auch so veröffentlicht werden! Damit wir Bescheid wissen.
Es hätte sich manch einer überlegt, eine Dauerkarte zu kaufen, wenn er das vorher gewusst hätte. Oder es hätten meiner Meinung nach unter diesen Umständen gar nicht so viele Dauerkarten verkauft werden dürfen. Ja, mir ist auch klar, dass Energie das Geld dringend braucht. Und mir ist bewusst, dass der Verein in der heutigen Zeit auch Spielball von politischen Entscheidungen (nur maximal 1000 Zuschauer) ist, die er nicht beeinflussen kann.
Ich hoffe aber, dass die Verantwortlichen des FCE die Kraft und die Nerven haben, weiterhin in unserem Sinne für mehr zugelassene Zuschauer im Stadion zu kämpfen.
Steffi Grüning, Cottbus