Warum Rolle rückwärts?
Die gewählten Volksvertreter der Städte Senftenberg und Großrä­schen sowie der Gemeinde Schipkau haben Beschlüsse gefasst für den Erhalt des Schaufelradbaggers SRs1500-1473. Dafür unterzeichneten die damaligen Bürgermeister am 22. September 2003 einen öffentlich-rechtlichen Vertrag. Hauptinhalt darin ist, den Schaufelradbagger als nicht begehbare Landmarke für die Nachwelt als Zeitzeugen zu erhalten. Und das noch für viele Jahre und Jahrzehnte.
Nun kommt die Rolle rückwärts. Der marode Schaufelradbagger muss abgerissen werden. Dabei sah es 2004 ganz anders aus. Welch ein Zynismus. Die letzte Reise des Arbeitsgerätes wurde groß gefeiert in T-Shirts mit der Aufschrift „Ich war dabei! Baggerübergabe 22. September 2003.“
Die übernommene Verpflichtung, regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchzuführen, wurde nicht umgesetzt. Eine Sicherung des Großgerätes gegen Vandalismus und Diebstahl erfolgte nicht. Indes wird nun der schlechte technische Zustand des Baggers beklagt. Dabei enthält der öffentlich-rechtliche Vertrag die Verpflichtung: Erhaltung der Verkehrssicherheit für die Landmarke. Zuständig ist die Gemeinde Schipkau. (Der Bagger wird pro Woche einmal vom Schipkauer Bauhof kontrolliert. Eine Vandalismus-Sicherung gibt es zwar durch den Zaun, der allerdings immer wieder durch Vandalen aufgeschnitten wird (d. Red.)
Die weitere Existenz verdankt das Großgerät dem Denkmalschutz. Und weil für den Abriss noch nicht alle erforderlichen Unterlagen eingereicht wurden durch die drei zuständigen Kommunen.
Eberhard Albrecht,
Großräschen