Leider muss ich feststellen, dass auch in Ihrem Artikel der Eindruck erweckt wird, die betroffenen Anwohner würden sich die angesprochenen Probleme letztlich nur einbilden.

Ich kann Ihnen versichern, dass das Gegenteil der Fall ist. Aber wenn man der Problematik mit vereinzelten Beobachtungen oder Geschwindigkeitskontrollen zu begegnen versucht, wird man weder ein Bild von der tatsächlichen Situation, geschweige denn eine Lösung bekommen.

Pendler halten sich nicht an Tempo 30

Nach meinem Kenntnisstand gibt es entsprechende Gruppen in sozialen Netzwerken (WhatsApp), über welche die Pendler miteinander in Kontakt stehen. Wird ein Fahrer angehalten, wissen nur einen Moment später alle übrigen Bescheid.

Das im Artikel angesprochene, positive Ergebnis der Geschwindigkeitskontrolle ist deshalb nicht ansatzweise ein Abbild der vorherrschenden Situation.

Auf sämtlichen Straßen unseres Ortes besteht eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Und ich kann Ihnen versichern, dass sich der überwiegende Teil der Pendler eben nicht an diese Beschränkung hält.

Wenn ein halbwegs moderner Pkw im zweiten Gang voll beschleunigt, wird diese Geschwindigkeit schon weit überschritten, wir können in unserer Ortslage regelmäßig beobachten, wie die Fahrzeuge im dritten und sogar vierten Gang unterwegs sind, von 30 Stundenkilometern kann so keine Rede sein, auch die 50 Stundenkilometer dürften dabei überschritten werden.

Auch Einheimische fahren zu schnell

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, dieses Problem betrifft nicht nur polnische Fahrzeuge, auch unter einheimischen Fahrzeuglenkern nimmt man es offensichtlich mit der Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit manchmal nicht so genau.

Jedoch können wir die im Artikel zitierte Aussage des polnischen Fahrers nicht ernst nehmen, er wüsste von keinerlei Geschwindigkeitsüberschreitungen seiner pendelnden Kollegen.

Denn in den Kolonnen der polnischen Pendler ist es nach unserer Erfahrung an der Tagesordnung, dass man es mit den hiesig geltenden Verkehrsregeln nicht so genau nimmt.

Natürlich müssten die jeweiligen Entscheidungsträger sich erst einmal ein reelles Bild der Lage machen. Das klappt aber leider nicht, wenn man sich außerhalb der Stoßzeiten/Schichtwechsel für wenige Minuten in den betreffenden Orten sehen lässt und dann Schulter zuckend wieder von dannen fährt.

Viel mehr ist nämlich in unserem Ort trotz vieler Beschwerden der Anwohner noch nicht passiert.

Reelles Bild von der Lage machen

Ich lade Sie und alle Entscheidungsträger herzlich ein, von meinem Grundstück aus während der Stoßzeiten die Situation persönlich zu beobachten und sich so ein reelles Bild der Lage vor Ort zu machen. Denn nur so werden Sie tatsächlich nachvollziehen können, wie riskant teilweise gefahren wird und welchen Gefahren Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer dadurch ausgesetzt sind.

Maik Pietschmann, Lohsa/OT Litschen