Zum Artikel „Bald rollen Panzer durch die Lausitz“ (RUNDSCHAU vom 21. Januar): Zum wiederholten Male erfolgt ein Wechsel der in Polen und anderen osteuropäischen Staaten stationierten amerikanischen Truppen. Die unbegründete Angst in diesen Ländern vor einem eventuellen Überfall Russlands war Auslöser für die Bitte an die USA zur Stationierung von Militärpotenzial zur Erhöhung der Sicherheit in diesem Bereich. Zur besonderen Begründung zählen auch die Wiederangliederung der Krim  an Russland und der militärische Konflikt in der Ostukraine.

Dass Russland zu diesen Provokationen an seiner Westgrenze Gegenmaßnahmen ergreift, ist eine logische Schlussfolgerung. Daraus aber eine Kriegsoption gegen seine westlichen Nachbarn abzuleiten, grenzt an Schwachsinn. Vielmehr scheinen die USA an einem Konflikt interessiert zu sein, wie auch die provokanten Äußerungen gegen den Bau der Gaspipeline North Stream beweisen.

Wenn die Osteuropäer glauben, mit einer solchen Maßnahme ihre nationale Sicherheit erhöhen zu müssen, dann müssen sie aber auch nach Wegen suchen, diese militärischen Kräfte in ihren eigenen Häfen beziehungsweise direkt in ihren Territorien anzulanden.

Es ist Westeuropa nicht zuzumuten, dass die amerikanischen Einheiten sich von Antwerpen quer durch Europa auf den Weg machen und in diesen Ländern Kosten und Verkehrsprobleme verursachen sowie Verkehrswege beschädigen, für die Schadensbeseitigung aber der Steuerzahler aufkommen muss.