Vermietung ist Wirtschaft
Hintergrund ist, dass das Heizen in Wohnungen und Häusern, die mit Erdöl oder Erdgas auf Temperatur gebracht werden, seit dem 1. Januar teurer ist. Grund dafür ist die in Deutschland in diesem Jahr beginnende Bepreisung von Kohlendioxid (CO2).
Der Abfall bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas ist im Wesentlichen das CO2. Dass dieser Abfall kostenlos in die Atmosphäre geblasen werden darf, hat über Jahrhunderte niemanden gestört, denn unsere Ahnen kannten nicht die Ursachen der menschen-gemachten Erderwärmung. Wenn jetzt schrittweise über den CO2-Preis der Staat sich Mittel verschafft, um zum Wohle der Allgemeinheit Geld zu haben, das er zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels einsetzt, dann gibt es ein großes Jammern bei den Genossen der SPD, dass die armen Mieter geschröpft werden sollen. („SPD will Mieter entlasten“, LR vom 8. Januar). Unser SPD-Bundestagsabgeordneter Ulrich Freese fordert, dass bei den Heizkosten die CO2-Preiserhöhung zwischen Mieter und Vermieter geteilt werden soll.
Mit seiner Forderung ist er nicht allein, denn auch andere Genossen wie Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Bundesverbraucherschutzministerin Christine Lambrecht und sogar einer, der es besser wissen müsste, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, fordern dies ebenso. Offensichtlich haben die Genossen vergessen, dass Vermietung von Wohnungen eine wirtschaftliche Tätigkeit ist. Diese ist immer da­rauf gerichtet, Verluste zu vermeiden und nach Möglichkeit Gewinne zu erzielen. Wenn also Vermieter gezwungen werden, einen Teil der Heizkosten der Mieter zu übernehmen, dann müssen sie zusehen, wie sie dieses Geld wieder hereinholen, denn sonst gehen sie pleite. Wenn es also nicht möglich ist, diese Kosten an die Mieter durchzureichen, dann werden die Vermieter andere Wege finden, um sich das Geld, welches sie nach dem Willen der Genossen bezahlen mussten, von den Mietern zurückzuholen.
Derzeit ist es kaum möglich, Wohnungen so umzurüsten, dass kein Kohlendioxid ausgestoßen wird. Somit kann auch mit einer Umrüstung von Häusern durch den Vermieter der Kohlendioxid-Wert nicht vollständig gesenkt werden. Die Vermieter müssten also auf sehr sehr lange Zeit einen Teil der Heizkosten der Mieter tragen, bis es kohlendioxidfreie Heizungen auch in allen Innenstädten geben kann. Den Vermietern bleibt also nichts anderes übrig, als diese Kosten noch auf sehr lange Zeit auf irgendeine Art von den Mietern zurückzuholen.
Wenn man diese Fakten beachtet, dann ist der SPD-Vorschlag also reine Wahlpropaganda. Die SPD weiß zwar genau, dass die Kostenerhöhung bei der Heizung durch den CO2-Preis immer bei den Mietern landet. Mit ihrer Propaganda für die Aufteilung des CO2-Preises auf Mieter und Vermieter haben sie also nur einen Werbegag gestartet. Schade, dass eine ehemalige Arbeiterpartei mit einem solchen Trick die Wähler überzeugen möchte.
Günter Seifert, Welzow