Die Lausitzer Rundschau berichtet über die vom Kreistag Spree-Neiße gewünschten zusätzlichen Schulbusse für drei Gymnasien, sechs Oberschulen und 21 Grundschulen. Dass dies einen erheblichen (öffentlich zu finanzierenden) Ausgleichsbetrag im Millionenbereich an die Busunternehmer nach sich zieht, muss dem Kreistag klar sein.

Da aber das grundsätzliche Ziel der ganzen Aktion ist, den ländlichen Raum für Familien attraktiv zu machen, sollte man doch über mehr Varianten nachdenken. (...)

Wo ist der Verkehrsdezernent, der hier mal grundlegend andere Vorschläge macht, wie mehr Taktverkehre abseits der Hauptrouten (die dann auch Schülerverkehre abdecken könnten), die Überarbeitung des Taktnetzes mit einerseits mehr Direktverkehren (und ggf. mehr Umstiegen).

Wie wäre es damit, mal die vielen Bundes- und Landesfördermittel für mehr Bedarfsverkehre und Rufbusse auszunutzen, wie es andere Bundesländer auch machen. Dort fahren dann einzelne Schüler in per App angeforderten Taxi-Shuttles und die Eltern können in der gleichen App sehen, wo ihre Kinder gerade fahren. Öffentlicher Personennahverkehr kann tatsächlich modern und sexy sein, wenn man es will und sich mal darauf einlässt; und tatsächlich eine Million Euro jährlich zusätzlich zur Verfügung hat.

Gerade für die Mieten-gestressten Berliner könnte aufs Land zu ziehen, mit modernen innovativen Angeboten schmackhaft gemacht werden. Vielleicht wäre auch eine Probephase möglich, finaniziert aus bekannten Töpfen als Pilotprojekt im ländlichen Raum.

Jörg Sipli, Berlin