Willkür nimmt auch zu

Ganz grundsätzlich hat Herr Blüher sicherlich recht mit seiner Aussage, dass in Deutschland eine Straßenverkehrsordnung gilt und sich alle daran zu halten haben. Ich gehe aber davon aus, dass Herr B. nicht regelmäßig und oft mit dem Auto unterwegs ist.

Ich fahre viele Kilometer und versuche, mich an die Vorschriften zu halten. Leider wird einem dies immer schwerer gemacht, da die Behördenwillkür immer mehr zunimmt. Wenn man lange auf Brandenburgs Straßen unterwegs ist, hat man kaum die Möglichkeit, sich an alles zu halten, was so vorgegeben wird. Weil manches sinnlos ist.
Auf Autobahnen werden grundlos Geschwindigkeiten geändert. Auch in Cottbus ändert man Verkehrsregeln, anscheinend nur, um den Autofahrer abzuzocken. Ein Beispiel: Jahrelang galt Richtung Peitz 60 km/h. Macht Sinn, weil es keine Innenstadt und auch keine Schule oder Kita in der Nähe ist. Dann macht man 50 km/h draus, und die Stadt freut sich über sprudelnde Einnahmen. Abzocke in meinen Augen, wenn doch auf einem kleinen Teil auf dieser Straße in der Stadt trotzdem 60 km/h gefahren werden darf. Was soll das? Warum muss man die Autofahrer so gängeln? (Die Stadtverwaltung hat die Drosselung an Abschnitten des Stadtrings im Frühjahr 2017 mit der „Richtlinie für den passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ begründet. Mögliche Gefahrenstellen an vorhandenen Straßen – wie auf dem Stadtring – als auch beim Neubau von innerstädtischen Straßen sollen dadurch abgesichert werden, d. Red.)
Selbst erlebt am Rande von Berlin, auf der Beschleunigungsspur (!): Steht ganz am Anfang ein  60- km/h-Schild, weil in zwei Kilometern eine Baustelle kommt. So aufgestellt, dass man es kaum sieht, weil man darauf konzentriert ist, sich gefahrlos auf die Autobahn einzufädeln. Bremsen auf der Beschleunigungspur? Was soll das?
So könnte ich noch ganz viele Beispiele schreiben. Auch ich bin für sinnvolle Regeln und auch für Geschwindigkeitsbegre kmhnzung. Was ich nicht verstehe, sind grundlose Gängelei und Abzocke von Autofahrern und die damit einhergehende Gefahr auf unseren Straßen!
Sylvia Rex, Jänschwalde

Anmerkung der Redaktion: Inzwischen lässt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) einen Teil des Bußgeldkatalogs erneut überarbeiten. Die härteren Strafen für Autofahrer seien nicht gut angekommen, etwa die Regel, dass schon bei einer einmaligen Geschwindigkeitsüberschreitung der Führerscheinentzug droht. Für denjenigen, der innerorts 21 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt oder außerorts 26 km/h. Diese Regelung sei „unverhältnismäßig“, heißt es aus dem Ministerium.