Es war ein glücklicher Zufall, dass meine 81-jährige Mutter Weihnachten in Hamburg zu verbringen gedachte. Sie kam per Zug in die Hansestadt und da sie seit Oktober Probleme mit ihrem Knie plagten und leider ständig zunahmen, machte ich einen Termin (27. Dezember) in Eppendorf bei der orthopädischen Praxis, die ich auch besuche, aus.

Termin erst in sechs Monaten

In Cottbus bekam meine Mutter erst am 9. Juni einen Termin zum Vorgespräch bei einem Orthopäden. Vorgespräch heißt aber auch, dass an diesem Tag noch nicht viel passiert wäre, um ihr zu helfen.

Leider wurden die Probleme am 22. Dezember sehr massiv (...). Da der Orthopädie-Termin erst am 27. Dezember war, rief ich nun am 23. Dezember in der Praxis an und bat, meine Mutter noch am selben Tag vorstellen zu dürfen.

Obwohl das Wartezimmer voll war, wies man uns nicht ab und wir konnten um 17 Uhr und einen Tag vor Heilig Abend noch zur Behandlung kommen.

Ein junger, überaus freundlicher Arzt besah sich das Röntgenbild, das meine Mutter bereits hatte fertigen lassen, gab ihr eine Cortison­spritze ins Knie und verschrieb eine Arthrose-Bandage mit Titan-Einlagen. Diese beiden Behandlungen lassen meinen Mutter zur Zeit wieder schmerzfrei laufen, und sie wird wohl, wenn das Frühjahr kommt, auch wieder in ihrem Garten arbeiten können.

Ärztliche Versorgung in Cottbus katastrophal

Wenn ich nun bedenke, dass sie sich in Cottbus hätte bis zum Sommer mit ihren Problemen quälen müssen, bin ich mehr als entsetzt.

Eine ähnliches Situation hatten wir vor etwa drei Jahren, als meine Mutter neue Linsen für die Augen brauchte. (...)

Meine Mutter ist Kassenpatient und trotzdem wurde ihr in Hamburg umfassend, zeitnah und freundlich geholfen. Die Zustände bei der ärztlichen Versorgung in Cottbus empfinde ich als katastrophal und menschenunfreundlich.

Sicher haben nicht alle älteren Cottbuser die Möglichkeit, in andere Städte auszuweichen. Das kann aber auch nicht die Normalität sein. Man sieht aber: Es geht auch anders. Keiner sollte sich mit diesen Cottbuser Zuständen nicht zufrieden geben.

Romy Körner, Hamburg