Riesige 10,5-Gigawatt-Windstromanlagen sollen schon in zehn Jahren in Brandenburg installiert sein. Das ist sehr ehrgeizig, vor allem wenn man weiß, dass der damit tatsächlich produzierte Strom (in Gigawattstunden) nur ca. ein Viertel der installierten Leistung beträgt. Denn 24 Stunden und 365 Tage ständig Wind gibt es nicht mal in Berlin-Brandenburg.

Auch könnte es ein reines Platzproblem werden. (...) Manche [Dörfer] sind sogar in rundum von Windkraftanlagen (WKA) umzingelt. Außer im Speckgürtel, in der Landeshauptstadt: dort nicht. Das liegt vor allem an den Abstandsregeln. Brandenburg richtet sich hier auch nach dem grün regierten Bundesland Hessen und hat 1000 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung festgelegt.

In Potsdam (und im gesamten „Speckgürtel“) sollte man aber eher den Vergleich mit den Bundesländern Hamburg oder Bremen suchen, dort sind es nur 420 Meter, erheblich weniger und praktikabler im Kampf gegen die Klimakrise. Wenn man jetzt einmal schaut, wie viele Flächen um Potsdam damit plötzlich nutzbar würden für WKA (...), ist das festgeschriebene Ausbauziel gar nicht mehr zu hoch. Die Stadt Potsdam hat mittlerweile den Klimanotstand ausgerufen, sodass es dort bestimmt wenig Bürgerprotest geben wird, wenn diese Flächen für die CO2-Minderung Brandenburgs zur Verfügung gestellt werden. (...)

Axel Müller, Vetschau