Wir haben beide am gleichen Tag Geburtstag, nun ist er für immer gegangen. Er war still, aber einer der was zu sagen hatte. Er war klein, aber ein großer Menschenversteherer, kannte seine Brandenburger.

Wenn wir etwas nicht wollten, hat er es nicht gemacht (siehe Fusion mit Berlin). Er war ein geborener Diplomat und Vermittler, einer der uns nach der Wende das Selbstbewusstsein wieder gegeben hat, eine Persönlichkeit, die die SPD so schnell nicht wieder hervorbringen wird.

Stolpe verhandelte nach der Wende unter anderem in Lauchhammer mit Kohl und Co. über das Schicksal einer gebeutelten Region, mein Vater war damals dabei. Von ihm weiß ich, das wir Manfred Stolpe viel zu verdanken haben.

Stolpe war aber auch ein Mann der Fehler hatte, der im Kreuzfeuer der Stasi-Diskussion stand, der kämpfte, der seinen Feinden und Kritikern mit hinterpommerscher Sturheit trotzte. Warum war er bei uns Brandenburgern wohl so beliebt? Etwas wovon Politiker heutzutage nur träumen können.

Stolpes besondere Stimme, seine Besonnenheit und Liebe zu unserem Bundesland – das wird fehlen.Er bleibt so unersetzbar und unvergessen wie Regine Hildebrand. Der 16. Mai wird mich an Manfred Stolpe erinnern. Solche Menschen, solche Politiker vermisst man in diesen unsteten Zeiten am meisten.

Katrin Brunk, Mühlberg/Elbe