Manfred Jahn aus Schwarzheide wirft der Lausitzer Rundschau in seinem Leserbrief vom 26. Februar vor, sie glorifiziere mit ihrem Beitrag (LR vom 24. Februar) über den jugendlichen U-Boot-Kommandanten Walther Schweiger seine kriegsverbrecherischen Taten im Großen Krieg, der nach 1945 allgemein als Erster Weltkrieg bezeichnet wird und schwingt in dem Zusammenhang noch die braune Keule.

Das kann ich als studierter Historiker so nicht stehen lassen. Zunächst ist es durchaus verdienstvoll, dass sich die LR seit einiger Zeit in regelmäßigen Abständen mit ganzseitigen Beiträgen historischen Ereignissen widmet, obwohl manchmal im Detail und bezüglich der historischen Zusammenhänge durchaus Kritik angebracht ist.

So auch bei dem vorliegenden LR-Beitrag des Publizisten Andreas von Klewitz. Klewitz beschreibt hier ein grausames Kriegsverbrechen, die Torpedierung des britischen Überseedampfers „Lusitania“ durch das deutsche U-Boot „U 20“ vor 105 Jahren.

Seinen Versuch, die Hintergründe und die Rolle des jungen U-Boot-Kommandanten näher zu beleuchten, kann man durchaus kritisch sehen – eine Glorifizierung des uneingeschränkten kaiserlichen U-Boot-Krieges und seiner Akteure ist es mitnichten.

In diesem Zusammenhang ist meines Erachtens der Glorifizierungsvorwurf des Leserbriefschreibers völlig unangemessen, der hier unterstellt, dass solche Beiträge wie der vorliegende vergessen machen, dass der Aufstieg des deutschen Faschismus und die Ursachen des Zweiten Weltkrieges auch im ersten imperialistischen Krieg des 20. Jahrhunderts und seinen Folgen liegen.

Das kann man der LR und Von Klewitz nun wirklich nicht vorwerfen. Folgt man Herrn Jahn und seiner offensichtlichen Skepsis gegenüber „der Presse“, sollte diese gänzlich auf eine journalistische Reflektion historischer Ereignisse des 20. Jahrhunderts verzichten, da diese in irgendeiner Form immer mit dem Phänomen des Faschismus in Zusammenhang gebracht werden kann. (für Herrn Jahn: Achtung Ironie!)

Dr. Matthias Baxmann, Massen-Niederlausitz

Ich bin empört! Wie kann man nur einem solchen Kriegsverbrecher, dem U-Bootkapitän Schwieger, ein solches Podium bieten. Dieser U-Bootkrieg war neben anderen (zum Beispiel Giftgas) einer der heimtückischsten Ereignisse im Ersten Weltkrieg.

Die Versenkung von Passagierschiffen ist schlechthin ein Kriegsverbrechen, was ja auch nach der Torpedierung der „Lusitania“ so genannt wurde.

Mich empört auch die penible Aufzählung der versenkten Schiffe und der vielen Toten. Aber am Ende des Beitrags wird dieser Schwieger teilweise wieder reingewaschen, er habe ja nur einen nicht so gefährlichen Torpedo abgeschossen. Welch ein Zynismus. Die ewig Gestrigen werden Applaudieren.

Wolfgang Roßbach, Cottbus