Die in den letzten Wochen in den Medien veröffentlichten Meldungen über die schon jetzt im April wieder stark angestiegene Waldbrandgefahr und die in Brandenburg bereits aufgetretenen Waldbrände veranlassen mich, eindringlich auf die sich abzeichnende Gefahr der Unterschätzung dieser Entwicklung durch die dafür zuständigen Institutionen hinzuweisen.

Die bisher in Ihrer Lokalpresse veröffentlichten Artikel dazu weisen seit circa 2018 ebenfalls auf diese Gefahr hin, lassen jedoch nicht erkennen, dass die dafür zuständigen Stellen Lehren aus den verheerenden Wald- und Flächenbränden etwa im Herbst vergangenen Jahres in Lübtheen und der trotz selbstlosem aber leider infolge Überforderung wenig wirksamen Anstrengungen der Feuerwehren gezogen haben.

Lübtheen

Da in Deutschland die Brandbekämpfung aufgrund der oftmals munitionsverseuchten Waldböden nur erfolgreich aus der Luft erfolgen kann und flächendeckend nur große Wassermengen wirksam sind, müssten bei großflächigen Bränden im Gegensatz zur Meinung etwa des Bundesfeuerwehrverbandes dafür Löschflugzeuge und nicht Löschhubschrauber zum Einsatz kommen.

Nach meiner Einschätzung gleicht der Einsatz von Löschhubschraubern bei Wald- und Flächenbränden größeren Umfangs etwa der Verwendung eines Handfeuerlöschers zur Brandbekämpfung eines in Vollbrand befindlichen Wohnhauses.

Daraus schlussfolgernd sehe ich die dringende Notwendigkeit der kurzfristigen Schaffung eines zentralen Stützpunktes für die Stationierung, die Wartung und den Einsatz geeigneter Löschflugzeuge nicht nur für Deutschland, sondern europaweit, vor allem für die am meisten gefährdetsten EU-Länder.

Dafür besonders geeignet erscheint mir zumindest für die BRD, Polen und Tschechien der ehemalige Militärflugplatz in Welzow zu sein, der sicherlich über die dafür notwendigen baulichen Einrichtungen und Anlagen verfügt, sich auch die für die Löschwasseraufnahme im Flug notwendigen Seen in unmittelbarer Nähe befinden und selbst die EU im Rahmen des „resc EU“- Programmes die Schaffung einer Löschflugzeugstaffel nördlich der Alpen finanziell unterstützen will.

Ganz abgesehen davon stellt die Schaffung einer derartigen Einrichtung einen wesentlichen Beitrag beim Strukturwandel in der Kohleregion bezüglich Schaffung neuer Arbeitsplätze dar.

Deshalb sollte auch die lobenswerte Aktivität der Bürgermeisterin von Welzow voll unterstützt und nicht durch unklare Zuständigkeiten der einzelnen Institutionen ausgebremst werden.

Ich befürchte, dass man die dafür vorhandene Zeit, aus welchen Gründen auch immer, verstreichen ließ und bis heute keine Aktivitäten in dieser Richtung erfolgt sind. Man wird, wie so oft, erst munter, wenn es brennt. Und dies ist bereits erfolgt, auch wenn man es noch nicht im vollen Umfang wahrhaben will.

Eberhard Kien, Dresden