Wenn die Redaktion der Meinung ist, dass die beleidigenden Äußerungen des Herrn Friedrich über die beiden Grünenpolitiker Habeck und Baerbock nicht beleidigend sind, dann kann ich mir gar nicht vorstellen, was man denn über einen Menschen noch sagen muss, wenn man diesen so beleidigt, dass sein Leserbrief in der LR nicht veröffentlicht wird.

Neben seinen unmöglichen politischen Äußerungen zitiert Herr Friedrich die Grünen-Chefin Baerbock damit, dass sie den biologisch und natürlich bedingten CO2-Ausstoß eines Menschen von ca. 1,2 Tonnen im Jahr genannt hat. [Das ist falsch. Wolfram Friedrich hat Annalena Baerbock mit der Zahl neun Gigatonnen zitiert].

Was er aber verschweigt, ist, dass in unserer durch die billige Energie geprägten Welt beispielsweise jeder Deutsche jährlich einen CO2-Ausstoß von etwa neun Tonnen/Jahr verursacht. Bei den Chinesen liegt dieser Wert deutlich niedriger (ca. sechs t/a).

Wenn Herr Friedrich also der Meinung ist, dass man die Energiewende mit einer Steuer auf die Atemluft finanzieren könnte, und dafür die Kraftwerke, die Bauern und die Industrie entlasten würde und dieses Geld „den Windanlagenbauern an den Hals werfen“ könnte, dann frage ich mich, was er denn dann damit erreichen würde.

Der Vorschlag läuft darauf hinaus, dass jeder Bürger den gleichen Betrag für die Energiewende zahlen müsste, auch wenn er bewusst weniger CO2 verursacht.

Unsere manchmal etwas langsam handelnden Politiker haben erkannt, dass dies ein falscher Weg ist und haben Regelungen gefunden, wie man die Vermeidung der Produktion klimaschädlicher Gase besser organisieren kann.

Bezahlt werden muss die Energiewende nun einmal vom Staat, also von uns, denn es müsste eigentlich jedem nach den vielen Diskussionen in letzter Zeit klar sein, dass die Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben ist.

Wenn wir aber jetzt Geld einsetzen, um die Energiewende voranzutreiben, brauchen wir in Zukunft nicht ein Vielfaches anzuwenden, um die Schäden, die durch den erhöhten CO2-Ausstoß verursacht werden, zu beheben.

Offensichtlich ist Wolfram Friedrich der Meinung, dass die Abschaltung von Kraftwerken in Deutschland ein falscher Weg zur Energiewende sei, denn er schreibt: „Kraftwerke abschalten, aber kein Wort über eine bezahlbare Sicherung der Energieversorgung in unserem Land.“

Offensichtlich kennt er nicht die von der Kohlekommission verabschiedeten Papiere und auch nicht das Programm unserer neuen Landesregierung, oder er ist der Meinung, dass diese demokratisch erarbeiteten Ziele falsch sind und nur der Ausbau weiterer Kraftwerkskapazitäten unseren Wohlstand sichern kann, ohne Rücksicht auf die Auswirkungen auf unser Klima.

Wenn er weiterhin schreibt, dass er demnächst ausrechnen wird, „wie viele Kraftwerke mit stabiler Stromversorgung wir mit den für die bestehenden 50000 Windanlagen verbrauchten Mengen an Beton, Stahl, Kupfer und anderen Materialien hätten bauen können“, dann kann er gleich noch ausrechnen, wie Deutschland dann die in Zukunft fälligen Strafzahlungen an die Europäische Union für die Verletzung seiner Klimaziele erwirtschaften kann.

Günter Seifert, Welzow

Hinweis: Die von Annalena Baerbock genannte Zahl von neun Gigatonnen CO2-Emmission pro Kopf und Jahr in Deutschland ist falsch. Wie eine Nachprüfung der LR ergab, stößt ein Deutscher im Schnitt jährlich neun Tonnen CO2 aus.