Eigentlich gibt es nur zwei Varianten für das Parken auf dem Markt zwecks Einkauf.

Viel spricht für ein eingeschränktes Parken für Zulieferer sowie Schwerbeschädigte/Behinderte, denn viele Städte wären froh, wenn sie in unmittelbarer Nähe zum Markt ein kostengünstiges Parkhaus hätten, so wie die Senftenberger. Diese Lösung wäre mein Favorit.

Andernfalls könnten ja alle Geschäfte sich einen Verkaufsschalter à la Mc Donalds zulegen, da brauchen die trägen Senftenberger ihren wohlgeformten Hintern nicht mehr aus der beheizten Sitzschale zu hieven.

Christian Fuchs, Senftenberg

Nicht umsonst wird alle vier Jahre über das Thema Parken auf dem Markt in Senftenberg gestritten. Das Thema bewegt also schon seit 20 Jahren die Gemüter in der Stadt Senftenberg, und wer nicht der Meinung einer sicher großen Vielzahl der Einwohner ist, wird als Querulant abgestempelt.

Doch es gibt nicht nur eine Mehrheit, es gibt immer mehrere Mehrheiten und auch 30 Prozent sollten bei Entscheidungen berücksichtigt werden, in einer Demokratie erst recht. Und gerade in einer Demokratie wird ein soziales Miteinander nicht ohne Kompromisse möglich sein.

Deshalb könnte man auch voraussetzen, dass in der Schmiedestraße auch Fußgänger und Radfahrer auf den Pkw-Verkehr achten und solidarisch sind, denn diese Durchfahrt ist auch für Autofahrer kein Vergnügen.

Die Senftenberger Bürger und Stadtverordneten gehen in ihrem Denken und in ihrer Stadtverbundenheit nicht über die ursprüngliche Stadtgrenze hinaus.

Von den etwa 25 000 Einwohnern von Senftenberg sind fast 8000 Einwohner, also ein gutes Drittel, in den sechs anliegenden Orten ansässig. Dort gibt es kaum einen Dorfkonsum, und diese „Senftenberger Bürger“ benötigen auch Brot, Socken und den Gang zur Post. In der Regel müssen die südbrandenburger Dorfbewohner fünf bis sieben Kilometer fahren, um zu einem Geschäft zu kommen.

Da auch hier ein großer Teil älterer Bürger wohnt, wird mit dem Auto in die Stadt gefahren, nicht mit dem Fahrrad.

Natürlich ist es wunderbar, dass Senftenberg eine schöne Touristenstadt wird. Aber warum soll hier das eine das andere ausschließen?

Wir wollen, dass Senftenberg eine freundliche Gästestadt wird, aber wir wollen auch, dass junge Menschen die Stadt attraktiv finden und wenn junge Menschen ihre Lebensmitte suchen und das Dorf favorisieren, um sich heimisch zu fühlen, bleibt der Weg in die Stadt auch weiter notwendig. (...)

Auf den öffentlichen Verkehr kann hierbei leider (bis jetzt) noch nicht gezählt werden. (...)

Die Bewohner der eingegliederten Orte sind noch nie gefragt worden, wie diese die Parksituation in Senftenberg sehen. Fest steht aber, wenn Kunden einen Einzelhandel in Senftenberg besuchen, sind sie immer in großer Eile, um ja den Pkw schnell aus der verkehrsberuhigten Zone der Stadt zu bringen. Wer also hat die Einwohner der Stadt Senftenberg aus den eingegliederten Stadtteilen nach ihrer Meinung zum Parken in der Stadt schon einmal gefragt?

Wenn man auf der oberen Ebene des Parkhauses steht, kann sehr gut auf die vollbesetzten Parkplätze rund um den Marktplatz gesehen werden. Nur, wer will in ein „enges“ Parkhaus zum Einkaufen fahren, (...) wenn es nur 15 Minuten braucht, um die Kontoauszüge von der Sparkasse abzuholen.

Marianne Körner, Großräschen