Frau Hofmann, ich verstehe Ihre Gedanken und Sorgen sehr gut. Seit einem halben Jahr bin ich gewählter Stadtverordneter in Falkenberg. In dieser kurzen Zeit kann man nicht mit jedem Detail zum Thema Verbandsgemeinde vertraut sein, das ist unmöglich. Doch glaube ich genug zu kennen und zu wissen, um mir eine Meinung zu bilden und Stellung beziehen zu können.

Liebe Frau Hofmann, dass die Falkenberger Stadtverordneten erst jetzt ihre Augen öffnen, entspricht nicht der Wahrheit.

In nachweislich vielen Sitzungen und Versammlungen von Kooperationsrat, Sonderausschuss und gemeinsamer Stadtverordnetenversammlung waren es immer die Falkenberger, die unbequeme Fragen gestellt haben, die Dinge kritisch gesehen haben, wo andere nur mit dem Kopf nickten. Und es waren die Falkenberger, die gerade deshalb als „Querulanten“ hingestellt wurden. Glauben Sie mir, die Stadtverordneten machen es sich alles andere als leicht, etwas auf die Beine zu stellen, wovon wir mittelfristig, so hoffe ich, profitieren werden.

Es ist richtig, dass das Projekt Amt Falkenberg/Uebigau im Jahr 2000 begraben wurde. Mit Sachkenntnis führen Sie einige Gründe in diesem Artikel an. Nur bleibt zu bedenken, wie wohl eine Alternative zur jetzigen Verbandsgemeinde aussähe. Auch mit meiner Unterschrift haben wir damals eine Kommunal- und Kreisgebietsreform verhindert, die uns aus Potsdam vorgeschrieben werden sollte. Und ich möchte darauf wetten, in irgendeiner Schublade stecken diese Pläne noch. Es ist uns gelungen, weil wir etwas Eigenes schaffen wollten, an dem wir selber mitbestimmen und mitgestalten. Das ist außerordentlich schwierig, auch, weil die Voraussetzungen aller vier beteiligter Kommunen sehr unterschiedlich sind und im Vorfeld und Entstehungsprozess Fehler gemacht wurden. Und wieder waren es die Falkenberger, die eben dies zur Sprache gebracht haben, und nicht nur einmal. Wie die Gesamtsituation zu bewerten ist, wird sich zeigen, wenn aussagekräftige Zahlen zum Haushalt 2020 auf dem Tisch liegen.

Was Ihre berechtigte Sorge der zukünftigen Bürgernähe betrifft, sämtliche Serviceleistungen, die die Bürger jetzt schon in Anspruch nehmen können, wird es auch in Zukunft geben. So die Zusicherung des Bürgermeisters.

Glauben Sie mir bitte, Frau Hofmann, nach einem halben Jahr mit diesen Problem und Entscheidungen konfrontiert zu sein, bereitet mir ungelogen oft Bauchschmerzen. Denn in erster Linie fühle ich mich dieser Stadt verpflichtet, und den Bürgern, die mir als Stadtverordneten das Vertrauen geschenkt haben.

Viko Getzschmann, Falkenberg