Spremberg ist eine Stadt der Bergarbeiter und mit Bergbautradition. Viele Bürger sorgen sich um die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Heimat.

Politik und Wissenschaft sollten mit mehr Gefühl und konstruktiv, und mit der entsprechenden Kenntnis der örtlichen Verhältnisse bezogen auf die Lausitz, mit dem Problem Klimawandel, Kohleausstieg und Wirtschaftsstrukturumbau umgehen.

Irreführung hilft nicht

Aus der Luft gegriffene Daten für den Ausstieg aus der Kohleverstromung, meist aus Berlin oder fern der Lausitz, wie das Jahr 2038 oder 2020, wie unwissende (...) Demonstranten und Politiker fordern oder auch der Ruf nach dem sofortigen Ausstieg stiften Unfrieden im Zusammenleben der Menschen.

Wenn dann noch weißbekleidete Horden Industrieanlagen der Energiewirtschaft besetzen, muss es zu einer solchen Meinung kommen: „Grüne machen unsere Wirtschaft kaputt, sie spalten die Gesellschaft.“

Der Klimawandel fordert Maßnahmen zur CO2-Reduzierung, auch besonders in der Lausitz als Schwerpunkt der Braunkohleverstromung. Wissenschaft und Behörden müssen zuerst einmal genau wissenschaftlich fundiert prüfen, wann welche Maßnahmen, wann Stilllegungen von Tagebauen und Kraftwerken möglich sind.

Umweltbedingungen bestimmen Ausstiegszeitpunkt

Die derzeitigen hydrologischen Verhältnisse, der durch jahrzehntelangen Braunkohleabbau und Trockenperioden völlig gestörte Wasserhaushalt, die notwendig sorgfältige Rekultivierung der Tagebaulandschaft, bestimmen den möglichen Termin des Endes der Kohleverstromung, (...) nicht Parteiziele und nicht unqualifizierte Demonstrationen.

Den Druck von der Straße kann man nicht durch nicht fundierte Reden minimieren, sondern nur mit richtigem Kommunizieren in der Schule und in allen Bereichen der Gesellschaft. Es wurde schon einmal durch die Politik eine zu schnelle Schließung von Tagebauen verordnet, wurden Tagebaue geflutet. Die Folgen haben viel Geld gekostet, Natur- und Umweltschäden verursacht.

Der angespannte Wasserhaushalt in der Lausitz erfordert den derzeitigen Abfluss von gehobenem Wasser aus den aktiven Tagebauen. Die vorhandene und geplante Industrieansiedlung, die Trinkwasserversorgung von Gebieten wie Weißwasser, Frankfurt (Oder) und Berlin sind teilweise auf die Grubenwässer angewiesen, und auch die Natur würde bei einem erneut, übereilten Tagebaufluten langfristige, nicht behebbare Schäden verkraften müssen. Die braune Spree um Spremberg ist Warnung und Beispiel.

Gemeinsam machbare Lösungen finden

Es gibt genug „grün“ denkende Menschen“ die gemeinsam mit Politik und Wirtschaft eine richtige Klimapolitik mit den zum richtigen Zeitpunkt durchzuführenden Maßnahmen realisieren wollen und auch dafür eintreten.

Der Nabu-Regionalverband in Spremberg arbeitet seit einem Jahrzehnt mit dem Bergbau auf Vertragsbasis zum Artenschutz erfolgreich, aber auch kritisch zusammen. Nur wenn Bergbau und Naturschutz das „Machbare, Notwendige und Erforderliche“ richtig erkennen und einordnen, wird eine Zielstellung erreicht, die die Mehrheit der Menschen zufrieden stellt.

So denken die Grünen, die nicht mehr in den Topf mit den unsachlich denkenden und handelnden so genannten, „Klimaaktivisten“ geworfen werden wollen.

Wieland Böttger, Mitglied im Naturschutzbund Deutschland, Regionalverband Spremberg