Mit großem Interesse habe ich am Wochenende Ihren Artikel über die Patronatsloge in der Forster Stadtkirche gelesen. Ich finde es bewundernswert, mit welchem Elan und großer Neugier Herr Henschel immer wieder historische Begebenheiten neu entdeckt und unter anderem in den Geschichtsstammtischen veröffentlicht.

Die Geschichte des Grafen Heinrich von Brühl und seiner Nachfahren sollte noch viel intensiver erforscht und besonders für die Weiterentwicklung touristischer Konzepte in Forst genutzt werden. Leider passt die Schlagzeile nicht zu dem informativen Artikel darunter.

Sicherlich war es seinerzeit selbstverständlich, dass der damalige sächsische Premierminister in der neu aufgebauten Kirche St. Nikolai eine repräsentative Loge für seine Familie beanspruchte. Zum „Angeben“, wie Sie es schreiben, wurde diese vom Herrscher Brühl jedoch bestimmt nicht benötigt.

So widersprüchlich die historische Bewertung des Grafen Brühl sein mag, würde ich mir wünschen, dass Ideen entwickelt werden, wie wir in Zukunft noch besser mit diesem großen Namen für Forst werben können. Ihn als „Herrscher Brühl“ und „Angeber“ darzustellen, hilft dabei sicher nicht“.

Thomas Engwicht, Forst