Schiefe Ebene gefährlich

Die reißerische Überschrift „Der Zukunftsbahnhof hat seinen Namen nicht verdient, denn das Fahrrad muss zum Bahnsteig getragen werden“ (LR vom 16. Mai) wird dem inzwischen fertiggestellten Umbau durch die Deutsche Bahn und Stadt Cottbus nicht gerecht.

Jeder Bahnsteig und beide Ausgänge sind durch Fahrstühle zu erreichen – die von Herrn Hilbig geforderten „schiefen Ebenen“ zur Fahrradbeförderung an den Treppenrändern sind Notlösungen auf manchen anderen Bahnhöfen, die über keinen Fahrstuhl verfügen. Gerade für ältere Leute mit Gepäck auf dem Fahrrad besteht große Unfallgefahr bei Nutzung dieser „schiefen Ebene“.
Radfreund Hilbig verweist auf kurze Umstiegszeiten, beispielsweise aus Zittau kommend Richtung Forst und Leipzig (angeblich nur fünf bis sechs Minuten), wo es mit Fahrrad und Fahrstuhl knapp werden könnte.
Genug Zeit zum Umsteigen
Wenn er diese Verbindung schon einmal gebraucht hätte, wüsste er, dass der Zug aus Zittau nach Forst durchgebunden wird, er könnte also einfach sitzen bleiben. Und nach Leipzig sind es immerhin neun Minuten  Umstiegszeit. Den Anschluss in  Richtung Berlin erreicht man ohne einen Bahnsteigwechsel – alle weiteren Anschluss-Züge fahren später.
Aus meiner Sicht ist das Gesamtobjekt Bahnhof Cottbus gut geplant sowie zeitlich und finanziell im Rahmen geblieben. Es steht unserer Stadt gut zu Gesicht und verdient es nicht, wegen Nichtigkeiten auf einer halben Rundschau-Seite zerrissen zu werden. Peter Wallstein, Cottbus