Der zum Sprachpanscher des Jahres gewählte Oberbürgermeister von Hannover – Stephan Schostock – hatte in seinem Amt sicherlich zu viel Zeit, um so Philosophisches wie „Wählende, Radfahrende, Lehrende, alle statt jeder, Redepult“ zu erfinden.

An der BTU Cottbus-Senftenberg hat die Leitung der Universität offensichtlich auch nichts Besseres zu tun, als sich einen Gendersternchen- Verfechter ins Amt zu holen, der (...) sich über Andere erhebt und maßregelt, die einfache und deutsche Sprache für alle verständlich anwenden wollen.

Das Partizip Präsens des lateinischen Verbums sturere bezeichnet sowohl weibliche und männliche Individuen. Anfang der Siebzigerjahre wurden in Baden-Württemberg Ausbildungsgänge mit geringerem wissenschaftlichen Anspruch (für den höheren Dienst) eingerichtet.

Diese Studenten der besonderen Art erhielten einen „Studierendenausweis“, durch den sie sich von den herkömmlichen Studenten unterschieden, die einen „Studentenausweis“ besaßen. Das war politisch so gewollt.

Wohlwissend, dass Gleichberechtigung und Respekt auf Kosten der Sprache nicht zu erreichen sind, wird auch an der BTU ein untaugliches Steckenpferd wider besseren Wissens geritten.

Die Universität hat einen Bildungsauftrag für Deutschland zu erfüllen und muss sich an exquisiten Ergebnissen und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen messen lassen.

Gender- und Diversity-Experten sowie Gleichstellungsbeauftragte stören dabei den Lehrbetrieb. Von einer hervorragenden Leistung der BTU habe ich noch nichts vernommen, nur von „Dienstag-,Mittwoch-, und Donnerstagprofessoren“.

Die BTU muss sich die Frage gefallen lassen, warum in den letzten Jahren tausende Studenten Cottbus verlassen haben. Die Klärung dieses unerträglichen Zustandes wird der sprachlichen Vernunft sicher zu ihrem Recht verhelfen. Wir brauchen dort Wissenschaftler, nicht Sprachpanscher.

Frau Katharina Hübner aus Cottbus empfehle ich dauerhaft die Zeitschrift „Sprachnachrichten“ des Vereins Deutsche Sprache (VDS).

Christian Dulitz, Guben

Der Forderung von Frau Hübner muss ich entschieden widersprechen. Haben wir denn nicht Wichtigeres zu tun? Dieses ständige Geschwafel über den *innen*-Zusatz nervt mehr und mehr.

Es erinnert mich sehr an Zeiten der „Aktuellen Kamera“, wo auch ellenlange Titel vorangestellt wurden, ehe man zum eigentlichen Thema kam.

Wenn Frau Hübner von Kulturwandel spricht, dann meint sie primär Gleichstellung in der Sprache. Echter Kulturwandel vollzieht sich aber im realen Leben, in der Anerkennung der Leistungen jedes Einzelnen, im höflichen und von Achtung geprägten Umgang miteinander.

Durch dieses ständige „Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen“ verlängert sich nur die Lesedauer eines Artikels, der Inhalt wird dadurch nicht automatisch besser.

In einigen Gesellschaften gibt es neben „Mann“ und „Frau“ noch weitere Bezeichnungen für spezielle Gruppen von Personen, die von dieser Einteilung abweichen. Wie sollen diese in der Sprache Erwähnung finden? „Fram oder Mafr“? Wo soll das alles hinführen?

Sprache kann nicht immobil sein, sie wird verändert durch Neologismen zum Beispiel im Zusammenhang mit technischem Fortschritt (PC, Smartphone). Das ist normal und nötig, aber bitte verschont uns mit dieser gekünstelten und aufgesetzten Gendersprache.

Wenn sich Frau Hübner nicht mit dem Begriff „Mitarbeiter“ identifizieren kann und sich erst durch den -innen-Zusatz in der „individuellen Realität und Wahrnehmung“ als Frau sieht, tut sie mir leid. Selbstbewusstsein muss man sich erarbeiten, es kann nicht durch formelle Sprache verschenkt werden.

In dem Zusammenhang würde mich die Meinung anderer LR-Leser interessieren.

Ingeborg Berger, Cottbus